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Stern Logo Academy Awards - Die Oscar-Verleihung

Oscar-Skandälchen: "Borat" verstreut die "Asche" von Kim Jong Il

Er kam als Diktator verkleidet und entleerte eine Urne auf dem roten Teppich der Oscars: Komiker Sacha Baron Cohen sorgte für den kleinen Skandal des Abends.

Das Schaulaufen der Oscar-Stars auf dem roten Teppich hat sich für Extremkomiker Sacha Baron Cohen gelohnt. Der Star des Films "Borat" erschien in der Fantasie-Uniform aus seinem neuen Streifen "The Dictator" zu der Verleihung der begehrten Filmpreise in Los Angeles. In den Händen trug er eine Urne mit dem Bild des verstorbenen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il. Den Inhalt, ein aschefarbenes Pulver, verstreute Baron Cohen auf dem roten Teppich - und dem Anzug von TV-Moderator Ryan Seacrest, der ihn gerade interviewte.

In seiner ordenbehangenen weißen Militärkluft und mit schwarzem Vollbart sagte Baron Cohen, er sei sehr froh, zur Oscar-Verleihung zu kommen. "Das gab mir die Möglichkeit, meinen lieben Freund und Partner beim Tennis-Doppel, Kim Jong Il, mitzubringen", erklärte der Komiker. Es sei Kims Traum gewesen, bei den Oscars über den roten Teppich und die Brust von US-Schauspielerin Halle Berry verstreut zu werden. Dann kippte er das Pulver aus der Urne auf Seacrest.

Streit im Vorfeld der Gala

Als ihn Sicherheitsleute wegzogen, rief Cohen dem Moderator zu: "Wenn dich jemand fragt, was du trägst, sagst du Kim Jong Il." Seacrest schien zunächst fassunglos, fing sich dann aber schnell. "Ich bin etwas verstaubt. Ich bin ein Comedy-Opfer", witzelte er.

Baron Cohens Plan, als Diktator zur Oscar-Show zu erscheinen, hatte im Vorfeld der Gala für Aufregung gesorgt. Die Organisatoren hatten den Komiker zunächst vor dem PR-Gag gewarnt, erlaubten ihn dann aber doch den Auftritt im Diktatoren-Kostüm. "The Dictator" kommt im Mai in den USA in die Kinos. Darin spielt Baron Cohen die Hauptrolle eines Tyrannen, "der sein Leben riskiert, damit niemals die Demokratie in sein so hingebungsvoll unterdrücktes Land Einzug erhält". Baron Cohen spielt auch in Martin Scorseses "Hugo" mit, der elf Mal für den Oscar nominiert wurde. Der Brite ist berüchtigt für seine schrillen Auftritte bei Veranstaltungen. Um für seinen Film "Borat" über einen fiktiven kasachischen Fernsehreporter zu werben, tauchte er 2006 beim Filmfestival in Toronto in einem Karren auf, der von einer "Bäuerin" gezogen wurde. Bei den MTV Movie Awards 2009 ließ er sich als Engel verkleidet von der Decke herab und landete im Gesicht von Rapper Eminem. Dessen Entrüstung stellte sich später als abgesprochen heraus.

kmi/AFP / AFP