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Premiere: Lange Nacht für Frodos Freunde

Kurz nach Mitternacht ist am Mittwoch in Deutschland der zweite Teil der Film-Trilogie „Der Herr der Ringe - Die zwei Türme“ gestartet. Überwiegend zufriedene Besucher verließen die Kinos nach dem monumentalen dreistündigen Film.

Kurz nach Mitternacht ist am Mittwoch in Deutschland der zweite Teil der Film-Trilogie »Der Herr der Ringe - Die zwei Türme« gestartet. Überwiegend zufriedene Besucher verließen die Kinos nach dem monumentalen dreistündigen Film um die Abenteuer in der Welt Mittelerde.

»Es war schon ziemlich anstrengend, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall«, sagte der 22-jährige Ricardo Zahn nachdem er den ersten und den zweiten Teil im Berliner Cinemaxx-Kino am Potsdamer Platz hinter sich hatte. In zahlreichen Kinos war zunächst Film Nummer Eins, »Die Gefährten«, der Verfilmung des Romans des britischen Autors J.R.R. Tolkien gezeigt worden.

Dehnen für die zweite Runde


Im Kino am Potsdamer Platz strömten viele Zuschauer nach dem ebenfalls gut dreistündigen ersten Teil eilig zu den Toiletten und machten Dehnübungen, bevor es in die Fortsetzung der Geschichte um den Hobbit Frodo ging. Im Berliner Ufa-Cubix-Kino am Alexanderplatz hatten rund 60 Schauspieler als Filmfiguren verkleidet in Kettenhemden, Fellüberwürfen sowie Äxte und riesige Schwerter schwingend die Besucher empfangen.

Nicht ans Buch gehalten


»Nach dem plötzlichen Ende des ersten Teils ist es besser, sich gleich den zweiten Teil anzusehen«, sagte die 22-jährige Studentin Sandra Lee. Kritisiert wurde der vom neuseeländischen Regisseur Peter Jackson gedrehte Film vor allem von den Kennern des Kult-Romans: »Er hat sich nicht an das Buch gehalten«, sagte der 27-jährige David Gaube. So falle der Kämpfer Aragorn in einen Fluss, den es in dem 1954 erschienenen Buch nicht gebe.

Der erste mit vier Oscars ausgezeichnete Ringe-Film erzählt die Geschichte des kleinwüchsigen Hobbits Frodo (Elijah Wood), der mit mehreren Mitstreitern den gefährlichen und mächtigsten »einen Ring« vernichten soll. Im zweiten Teil schließen sich der Zauberer Saruman und der dunkle Herrscher Sauron zusammen, um an den Ring zu gelangen. Armeen von brutalen Orc und Uruk-hai sind den guten Hobbits, Menschen, Zwergen und Elben auf den Fersen. In einer riesigen Schlacht fließt viel Filmblut. »Mit 16 Jahren darf man da niemanden reinschicken, das ist zu gruselig«, sagte eine 23-Jährige, die »Die zwei Türme« ansonsten »herrlich« fand.

Der Andrang war groß


Der Film geht in Deutschland nach Angaben des Verleihers Warner Bros. mit mehr als 1000 Kopien an den Start - normalerweise sind es nur halb so viele. Auch die Doppel-Aufführungen waren vielerorts bereits Ende vergangener Woche ausverkauft. Im Cinemaxx am Potsdamer Platz lief der zweite Teil des Films zur Mitternachtspremiere in drei Sälen mit insgesamt 1100 Zuschauern. Beide Filme hintereinander wollten insgesamt sogar 1500 Zuschauer sehen. Es habe mehr Andrang auf den aktuellen Film gegeben als beim ersten Teil, sagte ein Sprecher. »Wir hätten noch mehr Karten verkaufen können, haben aber keine weiteren Kopien mehr bekommen«, sagte Ufa-Cubix-Objektleiter Ralph Tettenborn zur Mitternachtspremiere im Kino am Alexanderplatz.

Der erste Film hatte vor einem Jahr etliche Rekorde gebrochen: Er spielte weltweit rund 860 Millionen Dollar ein - bei Produktionskosten von etwa 300 Millionen Dollar für alle drei Filme. Der dritte Teil, »Die Rückkehr des Königs«, soll in einem Jahr in die Kinos kommen. Für Ricardo Zahn war klar: »Im nächsten Jahr müssen wir alle drei Teile hintereinander sehen, weil der zweite Teil ja wieder ein offenes Ende hatte.«