Shirley MacLaine Hollywoods liebenswerte "Hexe"


In ihren gut vier Dutzend Hollywood-Rollen war Shirley MacLaine oft die leicht chaotische, aber charmante Nudel - lebenslustig, manchmal zickig, doch immer liebenswert.

Sie war ein Liftgirl und eine verstimmte Geliebte, eine Pariser Prostituierte mit Hund und Herz, eine lesbische Freundin und auch eine alternde Klavierlehrerin. In ihren gut vier Dutzend Hollywood-Rollen war Shirley MacLaine, die am 24. April 2004 ihren 70. Geburtstag feierte, oft die leicht chaotische, aber charmante Nudel - lebenslustig, manchmal zickig, ein wenig überspannt, doch immer liebenswert.

Nun kommt eine Rolle, die der 70-Jährigen noch mehr als alle anderen auf den Leib geschrieben scheint: Endora, die große Zauberin, die hinterlistige und nur heimlich gutmütige Hexenmutter. Nichts liegt Shirley McLaine so am Herzen wie das Zauberhafte, Wunderbare, das manche freilich eher als das Wunderliche sehen. Schon vor tausend Jahren - davon ist die Hollywood-Diva felsenfest überzeugt - hat es sie in einem anderen Leben auf Erden gegeben.

Karrierebeginn als Tänzerin

Ganz klar, dass sie eines Tages die Wiedergeburt erleben wird. Damit hat es MacLaine, die sich gern als "recycled teenager" bezeichnet, allerdings nicht besonders eilig. Innere Reife und Weisheit seien ihr durchaus wichtiger als die "Verwirrtheit der Jugend", sagte MacLaine einmal, die schon mit drei Jahren Ballettunterricht erhielt und mit 18 eine Karriere als Tänzerin am Broadway begann.

Als "Hexe" kommt sie in die Kinos

Längst nicht nur die Fans der Kultcomedy-Serie "Verliebt in eine Hexe" aus den 60er Jahren freuen sich auf die Kino-Version mit MacLaine an der Seite von Michael Caine als Hexenvater, die Hollywood kürzlich ankündigte. Da kann sich die übersinnlich begabte Shirley dann nach Herzenslust in das Familienleben ihrer Hexentochter Samantha hineinzaubern, die von Nicole Kidman dargestellt wird.

Ehrung für ihr Lebenswerk

"Unter Tränen zu lachen, ist der beste Weg, im Leben voranzukommen", sagte MacLaine, als sie 1999 in Berlin für ihr Lebenswerk mit dem Goldenen Berlinale-Bären geehrt wurde. Das hat sie in ihren Filmen oft vorgeführt, von denen viele zum ewigen Standard der Fernsehwiederholungen gehören. Schon mit ihrem ersten größeren Hollywood-Engagement erspielte sich MacLaine den Rang cineastischer Unsterblichkeit.

Arbeit mit Hitchcock und Billy Wilder

Alfred Hitchcock hatte sie 1954 am Broadway erlebt und umgehend für seine schwarze Komödie "Immer Ärger mit Harry" verpflichtet. Fortan galt sie als Starkomikerin, und ihre Sammlung von Filmtrophäen wuchs unaufhaltsam. So bekam sie Golden Globes unter anderem für Billy Wilders Komödien "Das Appartement" (1959) und "Das Mädchen Irma La Douce".

1984 gab's den Oscar

Allerdings vergingen seit "Harry" fast 30 Jahre, bis auch die US-Filmakademie Talent und Leistung der Schwester des Stars Warren Beatty anerkannte und sie 1984 für die Hauptrolle der kratzbürstigen Mutter Aurora in James L. Brooks "Zeit der Zärtlichkeit" mit einem Oscar auszeichnete. Nominiert war sie vorher schon fünf Mal, und eine Zeit lang hielt sich in Hollywood das Gerücht, dass manche Mitglieder der Filmakademie ihr nicht unbedingt wohlgesonnen waren.

Was manchen konservativen "Oscar-Machern" aufstieß, war weniger MacLaines aktives politisches Engagement als Mitglied der Demokraten gegen den Vietnamkrieg und für Bürgerrechte. Die Nase rümpften einige Hollywood-Herren viel eher, weil die lebenslustige MacLaine als einzige Frau ohne Wenn und Aber vom berühmt-berüchtigten "Ratpack" um Frank Sinatra und Dean Martin als ihresgleichen akzeptiert wurde.

Thomas Burmeister, DPA DPA

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