Terry Gilliam US-Regisseur gibt seinen Pass zurück


Der mit der Komiker-Truppe Monthy Python berühmt gewordene Regisseur Terry Gilliam hat seinen US-Pass zurückgegeben - aus Protest gegen George W. Bush. Für seine weitere Hollywoodkarriere könnten sich daraus Probleme ergeben.

Terry Gillliam, 65, in Kalifornien aufgewachsener Regisseur ("Brazil", "Brothers Grimm", "Twelve Monkeys"), hat seinen US-Pass zurückgegeben und will in Zukunft nur noch Brite sein. Grund: "Der Mann an der Spitze der USA", so Gilliam. "Die Beamten guckten ziemlich dumm, als ich ihnen meinen Pass überreichte. Sowas hatten die noch nie erlebt." Für ihn gab es allerdings auch eine kleine Überraschung: In den nächsten zehn Jahren darf Gilliam nur noch jeweils 30 Tage pro Jahr in den USA verbringen, "weniger als jeder Europäer". Schwierig für einen, der mit Hollywood und Disney zusammen arbeitet. "Sie wollten mich bestrafen", glaubt Gilliam.

Schon seit Jahren lebt er in London und in seinem Haus in der Nähe von Perugia. "Die Stadt gibt mir Ideen, auf dem Land kann ich mich verstecken und meine Kunst machen." Die wird ab 4. Mai auch in Deutschland zu sehen sein. Auf den Potsdamer Platz in Berlin will Gilliam fünf kopflose Männer und Frauen aus Fiberglas stellen. Wer von oben in ihr Inneres schaut, sieht einen Film über die Geschichte des Platzes - und wird zugleich selbst gefilmt. Wenig später können die Neugierigen dann ihr eigenes Gesicht 40 Meter groß an einer Hausfassade betrachten: die "Terry Gilliam Picture Show".

Anja Lösel


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