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"Basquiat" "Ich denke nicht über Kunst nach, wenn ich arbeite. Ich versuche, über das Leben nachzudenken" 

Zeichnung des Künstlern mit Krone
Als Graffitikünstler SAMO begann Jean-Michel Basquiat in New York City seine Laufbahn
© Julian Voloj, Søren Mosdal / Carlsen / Hersteller
Jean-Michel Basquiat ist mit 27 Jahren an einer Überdosis gestorben, seine Kunst hatte ihn schnell berühmt und erfolgreich gemacht. Doch glücklich wurde er dadurch nicht.

Egal, wie viel man bereits über Jean-Michel Basquiat gelesen und wie viele seiner Werke man schon gesehen hat, die Graphic Novel "Basquiat" schafft einen neuen Blick auf diesen ungewöhnlichen Maler und seine Blitzkarriere: Julian Voloj und der Illustrator Søren Mosdal sehen den Künstler in seiner Kunst. Er wird zu seinen Artworks, seine Kunst wird zu seinem Schatten. Er ist, was er malt.

Als junger Mann rutscht Basquiat wie selbstverständlich in das Beziehungsgeflecht der New Yorker Kunstszene der 1970er und 80er Jahre, es bildet die Grundlage für seinen schnellen Erfolg. Doch der macht ihn nicht wirklich glücklich und kostet ihn letztendlich sein Leben, Basquiat wird nur 27 Jahre alt und stirbt im August 1988 an einer Überdosis.

Das Leben stand Basquiat irgendwie im Weg

Cover
"Basquiat" von Julian Voloj und Søren Mosdal (Illustration), Carlsen Verlag, 136 Seiten, 20 Euro. Hier bestellbar.
© Carlsen

Als Graffiti-Künstler SAMO erarbeitet sich Basquiat Ende der 1970er Jahre mit seinem Schulfreund Al Diaz einen Ruf auf der Straße, niemand weiß, wer hinter dem Kürzel steckt, das plötzlich in New York City auftaucht. Das Duo war damals so eine Art Banksy, Künstler, die im Verborgenen arbeiten. Wie selbstverständlich gerät Basquiat in die Kunstszene von New York City, die sich damals selbst nie so genannt hätte. Große Teile hatten kein Geld, aber alle hatten irgendein Talent und keine Angst vor dem Leben. Man traf sich in den immer gleichen Läden, stets kurz vor dem Verlust der eigenen Wohnung, weil das Geld für die Miete nicht ausreichte. Nur einer hatte es Ende der 70er bereits geschafft: Andy Warhol, der undurchschaubare Künstler, der sich wie ein Magnet mit Menschen umgab, die ihn inspirierten. So auch Jean-Michel Basquiat, er liebte den jungen Mann ebenso sehr wie dessen Kunst, die beiden begannen, zusammen zu malen.

Der Künstler liegt tot auf seinem Bett
Berühmt und reich, aber nicht glücklich: Jean-Michel Basquiat starb mit 27 Jahren an einer Überdosis
© Julian Voloj, Søren Mosdal / Carlsen / Hersteller

Julian Voloj und Søren Mosdal sorgen dafür, dass Leser, denen die Gesichter aus der Kunstwelt der 1980er Jahre nichts sagen, den Überblick behalten. Eine Legende am Ende dieser Comic-Biographie gibt auf zwei Seiten Kurzeinführungen zu den wichtigsten und einflussreichsten Menschen dieser Zeit und in Jean-Michel Basquiats Leben. Es ist schnell und turbulent, bunt und aufregend, aber auch überschattet von Zweifeln und Selbstzweifeln. 

Die rasante Erzählweise, großartige Farbwelten und ein feinsinniges Gespür für die Dinge, die diese Künstlerseele umgetrieben haben, können sowohl hartgesottene Fans als auch Neugierige glücklich machen. Das Buch findet Blickwinkel auf diesen jungen Ausnahmekünstler, der auf der Straße so zu Hause war wie in seinem Leben als erfolgreicher Star später wohl nie wieder.


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