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Aufregung in Berlin : Sexismusvorwurf: Gedicht an Hochschulfassade wird übermalt

"Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer", lautet die Zeile aus einem Gedicht von Eugen Gomringer, die die Fassade einer Berliner Hochschule ziert. Nun soll das Gedicht weg. Denn es soll sexistisch sein. 

Ein Gedicht des Lyrikers Eugen Gomringer ziert die Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin.

Ein Gedicht des Lyrikers Eugen Gomringer ziert die Fassade der Alice Salomon Hochschule in Berlin. Nun soll es übermalt werden.

DPA

Trotz internationaler Kritik will die Alice Salomon Hochschule in Berlin ein angeblich sexistisches Gedicht an ihrer Fassade übermalen. Der Akademische Senat beschloss am Dienstag mehrheitlich, statt den Schweizer Lyriker Eugen Gomringer künftig alle fünf Jahre einen neuen Poetik-Preisträger mit Verszeilen zu Wort kommen zu lassen.

Gomringer kritisierte die Entscheidung. "Das ist ein Eingriff in die Freiheit von Kunst und Poesie", sagte der 93-Jährige. Er behalte sich rechtliche Schritte vor. Der Deutsche Kulturrat, Spitzenorganisation von 250 Bundeskulturverbänden, reagierte "erschüttert".

Angehörige der Hochschule hatten moniert, Gomringers auf Spanisch verfasstes Gedicht "avenidas" könne Frauen gegenüber als diskriminierend aufgefasst werden. Dabei geht es um den Satz: "Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer". Damit würden Frauen, so die Kritiker, zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert.

Hochschule in Berlin verteidigte die Entscheidung

Der Fall hatte bereits im vergangenen Jahr international Aufsehen erregt. Das Deutsche PEN-Zentrum und der Kulturrat warnten vor Zensur. Die Hochschule verteidigte ihre Entscheidung dagegen. Für sie bedeute das Votum "ein klares Bekenntnis zur Kunst", erklärte Rektor Uwe Bettig am Dienstag.

Gomringers Gedicht steht seit 2011 in großen Lettern auf der Südfassade der Hochschule im Stadtteil Hellersdorf. Die Verantwortlichen hatten damit die Vergabe ihres Alice Salomon Poetikpreises an den Lyriker würdigen wollen.

Bei einer Fassadenrenovierung im Herbst soll nun stattdessen ein Text der letztjährigen Preisträgerin Barbara Köhler angebracht werden, wie von ihr selbst vorgeschlagen. In fünf Jahren käme dann erneut ein Wechsel.

Mehrheit der Studenten gegen das Gomringer-Gedicht

Der Geschäftsführer des Kulturrats, Olaf Zimmermann, sagte: "Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass eine Hochschule, die selbst Nutznießer der Kunst- und Wissenschaftsfreiheit ist, dieses Recht dermaßen mit Füßen tritt."

Bei einer Online-Abstimmung hatten sich die Hochschulangehörigen Ende 2017 mit Mehrheit gegen das Gomringer-Gedicht ausgesprochen. Der paritätisch besetzte Senat entschied sich nun mit acht von zwölf Stimme für eine von mehreren vorgeschlagenen Alternativen. Das umstrittene Gedicht war bei der Sitzung nach Angaben einer Sprecherin gar nicht mehr Thema.

Die Hochschule teilte mit, sie werde Gomringers Wunsch nachkommen und auf einer "Tafel" in Spanisch, Deutsch und Englisch an das Gedicht und die Debatte darum erinnern. Der Lyriker selbst hat dafür "drei Plakate" gefordert.

Die Alice Salomon Hochschule ist nach eigenen Angaben mit 3700 Studierenden die deutschlandweit größte staatliche Hochschule für Soziale Arbeit, Gesundheit und Erziehung.
 

ivi/DPA
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Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo