Da-Vinci-Gemälde entdeckt Nach der Mona Lisa jetzt die "bella Principessa"


Für 19.000 Dollar wurde es verkauft, jetzt ist es weit über 100 Millionen wert: In Kanada wurde ein Gemälde von Leonardo da Vinci entdeckt. Ein Fingerabdruck hat den letzten Beweis erbracht, dass das Werk nicht von einem deutschen Künstler, sondern vom italienischen Meister stammt.

Die Entdeckung eines bisher unbekannnten Gemäldes von Leonardo da Vinci hat die Kunstwelt in Aufregung versetzt. Fachleute sind nach neuen Expertisen - darunter der Analyse eines Fingerabdrucks auf der Leinwand durch einen Gerichtsmediziner - davon überzeugt, dass "La Bella Principessa" von Da Vinci und nicht, wie bisher angenommen, von einem deutschen Maler des 19. Jahrhunderts stammt. Falls das international anerkannt werden sollte, würde das Porträt einer jungen Frau eine sagenhafte Wertsteigerung erfahren.

Der kanadische Sammler Peter Silverman erwarb das Bild 2007 im Auftrag eines Schweizer Sammlers für 19.000 Dollar (12.800 Euro). Die New Yorker Kunstsammlerin Kate Ganz hatte es zuvor elf Jahre besessen, nachdem sie es für einen ähnlichen Betrag gekauft hatte. Der Gerichtsmediziner Peter Paul Biro, der den Fingerabdruck auf der Leinwand untersucht hat, sagte, nach Angaben eines Londoner Kunsthändlers wäre das Porträt um die 100 Millionen Pfund (106 Millionen Euro) wert, wenn es ein Werk Da Vincis sei.

Der Fingerabdruck auf dem Bild stamme vom Zeige- oder Mittelfinger und stimme mit einem Abdruck auf dem Da-Vinci-Gemälde des Heiligen Hieronymus überein, das sich im Vatikan befindet, sagte Biro. Er habe multispektrale Aufnahmen des Porträts untersucht, die von einem Pariser Speziallabor gemacht worden seien. "Leonardo hat seine Hände reichlich und oft als Teil seiner Maltechnik eingesetzt", sagte Biro. "Seine Fingerabdrücke sind auf vielen seiner Werke." Ihm sei es gelungen, mit Hilfe der Multispektralaufnahmen einen sehr deutlichen Fingerabdruck sichtbar zu machen. Technik, Stil und Material seien ebenfalls Hinweise, dass es sich um einen echten Da Vinci handele. Viele Kunstexperten stimmten mit der Einschätzung überein, fügte Biro hinzu.

"Kaviar für den Rest meines Lebens"

Silverman sagte, sein Schweizer Freund habe nach seinem ersten Eindruck von dem Porträt gesagt, es sehe für ihn nicht wie ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert aus. Als er 2007 das Bild selbst in der Ganz-Galerie besichtigt habe, sei ihm der Gedanke an einen Da Vinci gekommen, der ihm aber zugleich auch als weit hergeholt erschienen sei. Er habe es für seinen Schweizer Freund gekauft und dann begonnen, die Geschichte des Bildes zu erforschen. Anfangs sei er skeptisch gewesen. Über ein Ausschlussverfahren sei er dann aber wieder auf Da Vinci zurückgekommen.

Im vergangenen Jahr habe ihm der ehemalige Kurator des Getty-Museums und des Britischen Museums, Nicholas Turner, gesagt, dass es ein Da Vinci sei. Auch andere Experten hätten sich dem angeschlossen. Der Fingerabdruck sei jetzt das Tüpfelchen auf dem i, sagte er. Silverman beschrieb den Schweizer Sammler als sehr reichen Mann, der ihm versprochen habe, ihm "Mittag- und Abendessen und Kaviar für den Rest meines Lebens zu spendieren", falls das Gemälde jemals verkauft werde.

AP AP

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