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Juwelen-Diebstahl in Dresden: Gewölbe-Direktor: Sicherheitsglas hat nicht gehalten, was uns versprochen wurde

Das Sicherheitssystem im Dresdner Grünen Gewölbe war angeblich über jeden Zweifel erhaben. Dennoch stahlen Räuber wertvolle Juwelen. Eine Schwachstelle war offenbar das Sicherheitsglas der Vitrinen. 

Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes in Dresden

"Überrascht", dass das Sicherheitsglas der Juwelen-Vitrinen den Einbrecher nicht länger standhielt: Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes in Dresden.

Getty Images

Der Direktor des Grünen Gewölbes in Dresden, Dirk Syndram, hat Vorwürfe gegen den Lieferanten des Sicherheitsglases für die Virtinen erhoben, aus denen zwei weiterhin flüchtige Männer etliche historische Juwelen von hohem Wert gestohlen haben. "Das, was uns der Lieferant des Sicherheitsglases versprochen hat, hat nicht gehalten", sagte Syndram in einem Interview mit der "Sächsischen Zeitung". Man sei davon ausgegangen, dass man eine Viertelstunde mit einer Axt darauf einschlagen muss, bevor es beschädigt werden kann. Die Täter konnten jedoch, wie auf einem Überwachungsvideo zu sehen, deutlich schneller zu ihrer Beute vordringen.

Kritik am Sicherheitssystem im Schatzkammermuseum wollte Syndram dagegen nicht gelten lassen. "Unser Sicherheitssystem ist vor vier Jahren überprüft worden mit dem Ergebnis: alles bestens", sagte er. "Das war fast wie "Mission Impossible", was die da veranstaltet haben", versuchte der Gewölbe-Direktor eine Erklärung. Bereits am Dienstag hatten die Museumsverantwortlichen betont, dass das Sicherheitssystem in allen Punkten funktioniert habe. Dennoch gelang es den Tätern, praktisch unter den Augen der Wachmänner die Tat zu verüben und mit ihrer Beute unerkannt zu entkommen.

Ein LKA-Ermittler erklärt, wie den Räubern die Flucht gelang

Kunstdiebstahl in Dresden: Hinweis-Portal der Polizei

Von den Einbrechern fehlt auch zwei Tage nach dem Einbruch immer noch eine konkrete Spur. Es gebe keinen neuen Sachstand, sagte ein Sprecher der Polizei am Mittwoch auf Anfrage. Am Vortag hatte die Polizei unter anderem bestätigt, dass zwei Brände unmittelbar vor und nach der Tat mit dem Einbruch in Verbindung stehen. Zu dem Fall seien bislang 91 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen, hieß es.

Die Polizei hat im Internet ein Portal eingerichtet, auf dem auch Bilder und Videos im Zusammenhang mit der Straftat an die Polizei weitergegeben werden können.

+++ Gehen Sie hier zum Hinweisportal, falls Sie Fotos oder Videos zum Kunstraub hochladen wollen +++

Das Dresdner Residenzschloss ist inzwischen wieder für das Publikm geöffnet. Das Grüne Gewölbe bleibt dagegen bis auf weiteres geschlossen. Am Tatort werde weiter ermittelt, heißt es.

dho / DPA