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Norwegen: Munch-Räuber verurteilt

Sie hatten Edvard Munchs "Der Schrei" sowie "Madonna" gestohlen, nun wurden drei Norweger zu langen Haftstrafen verurteilt. Ein anderer Verbrecher hatte sie offenbar verpfiffen - um Hafterleichterung zu kommen

Ein Berufungsgericht in Oslo hat drei Norweger für den Raub der beiden weltberühmten Bilder "Der Schrei" und "Madonna" von Edvard Munch (1893-1944) zu neuneinhalb, neun und fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Männer im Alter von 31, 35 und 39 Jahren, die zur Organisierten Kriminalität gerechtet werden, müssen außerdem 1,6 Millionen Kronen (200.000 Euro) Schadenersatz zahlen. Das Geld kassiert die Stadt Olso, der die Gemälde gehören - schließlich muss sie die stark beschädigten Kunstwerke nun wieder restaurien lassen.

Der Posträuber hat gesungen

Maskierte und bewaffnete Männer hatten die beiden Bilder 22. August 2004 vor zahlreichen Augenzeugen aus dem Osloer Munch-Museum geraubt. Die Meisterwerke des Frühexpressionismus konnten erst zwei Jahre später sichergestellt werden. In erster Instanz waren drei Männer zu Haftstrafen zwischen vier und acht Jahren verurteilt worden.

Die beiden Bilder haben einen Schätzwert von mehr als 90 Millionen Euro. Sie wurden nach Polizeiangaben nicht auf dem Schwarzmarkt angeboten. In Oslo gilt als wahrscheinlich, dass David Toska, als Boss einer Posträuberbande, der Polizei das Versteck der Munch-Bilder verraten hat. Sein Motiv: Toska will Hafterleichterungen durchsetzen.

DPA / DPA
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