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Teuerste Online-Auktion erwartet: Millionen für Schieles sexy Conny

Fast wäre das Aquarell im Altpapier gelandet. Doch nun wird Egon Schieles "Liegende Frau" meistbietend versteigert. Und das erstmals online.

Von Anja Lösel

Conny heißt sie, die Schöne mit den Stirnlocken und dem blanken Po. Der Wiener Maler Egon Schiele hatte sie 1916 als Modell engagiert und bat sie, sich vor ihm auf dem Boden seines Ateliers zu räkeln. Dass es ein ganz besonderes Bild werden würde, konnten beide nicht ahnen.

Jetzt könnte Conny berühmt werden. Denn ihr zartes Aquarell-Porträt ist das teuerste Bild, das jemals online angeboten wurde. Fast 30 Jahre lang war es verschollen, nun soll es eine Million Euro bringen. Und womöglich ist noch viel mehr drin. Vor wenigen Wochen erst wurde in London ein Schiele-Bild für 9,2 Millionen Euro verkauft. Der Clou: die Online-Versteigerung der "Liegenden Frau", so Connys offizieller Titel, geht am 21. Juni live und in Echtzeit über die Bühne. Jeder kann im Netz zugucken und mitbieten auf der Website auctionata.

Auf jeden Fall echt

Kaum zu glauben, aber beinahe wäre das Bild im Altpapier gelandet. Als der Besitzer starb, fanden die Erben in seinem Nachlass eine Mappe mit Drucken - hübsch, aber Massenware. Dass dazwischen das Original-Aquarell von Egon Schiele versteckt war, bemerkten sie nicht. Erst die Experten des Online-Versteigerers Auctionata entdeckten den Schatz.

Klar, Auktionator Alexander Zacke ist mächtig stolz darauf. Aber kann er sicher sein, dass das Schiele-Aquarell kein Bild des Meisterfälschers Wolfgang Beltracchi ist? "Auf jeden Fall", sagt Zacke im Gespräch mit stern.de. "Die führende Schiele-Expertin Jane Kallir in New York hat es begutachtet und für echt befunden. Sie ist über jeden Zweifel erhaben."

Und wie viele Sammler gibt es, die eine Million Euro für ein Schiele-Aquarell ausgeben würden? Noch dazu online? "Acht", sagt Zacke. "Die muss ich erreichen. Dann ist alles möglich."

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