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Zum Tod von Peter Hofmann: "Schöne Erinnerungen" an den Startenor

Seit Jahren war Peter Hofmann an den Rollstuhl gefesselt. Nach langer Krankheit ist der frühere Startenor nun gestorben. Er wurde 66 Jahre alt.

Nach jahrelanger Parkinson-Krankheit ist der ehemalige Startenor und Rockmusiker Peter Hofmann im Alter von 66 Jahren gestorben. "Er ist ganz friedlich eingeschlafen", sagte ein langjähriger Freund der Familie am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Er bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung. Hofmann sei in der Nacht in einem Krankenhaus im oberfränkischen Selb den Folgen einer Lungenentzündung erlegen. Dort sei er seit dem vergangenen Freitag behandelt worden.

Hofmann, der am 22. August 1944 im böhmischen Marienbad geboren wurde, feierte als Wagner-Tenor Triumphe. Bei den Bayreuther Festspielen 1976 gab er den Siegmund in der legendären "Ring"- Inszenierung von Patrice Chéreau. Gleichzeitig ging der damals 32-Jährige als jüngster Parsifal in die Festspielgeschichte ein. Am Grünen Hügel sang Hofmann auch den Lohengrin, den Tristan und den Walther von Stolzing in den "Meistersingern von Nürnberg".

Hofmann wagte aber auch den Spagat zwischen klassischer und populärer Musik. 1982 startete er mit seiner LP "Rock classics" seine zweite Karriere als einfühlsamer Popsänger. 1990/91 begeisterte er in der Titelrolle des Musicals "Phantom der Oper" in Hamburg. Dort stand er auch mit der Sopranistin Anna Maria Kaufmann auf der Bühne. "Mein Traum war es, mit ihm zu singen" sagte Kaufmann am Dienstag in einer Reaktion auf die Todesnachricht. "Wir standen über 500-mal zusammen auf der Bühne. Ich habe unglaublich viele schöne Erinnerungen. Ich werde ihn sehr vermissen und nie vergessen."

1999 machte Hofmann seine Parkinson-Erkrankung öffentlich, 2004 gab er das Ende seiner Karriere bekannt. "Es hat mindestens drei Jahre gedauert, bis man in den USA festgestellt hat, dass er Parkinson hat", sagte der Freund, der Hofmann mehr als 20 Jahre lang kannte. "Das war eine niederschmetternde Nachricht." In den vergangenen Jahren litt Hofmann immer mehr unter seiner Krankheit. Zuletzt habe der Musiker nur noch im Rollstuhl gesessen. Er lebte zurückgezogen in einer Gemeinde nahe Bayreuth.

Hofmann hinterlässt seine dritte Ehefrau, die er im März 2007 geheiratet hatte, und eine gemeinsame kleine Tochter. Aus erster Ehe stammen zwei Söhne. In zweiter Ehe war er mit der US-amerikanischen Sängerin Deborah Sasson verheiratet. Nach Informationen der "Bild"- Zeitung soll Hofmann am kommenden Montag im engsten Familienkreise beigesetzt werden.

DPA / DPA