Hollywood steht vor seinem größten Umbruch seit Jahren: Paramount und Warner Bros. Discovery haben am Freitag, dem 27. Februar, eine Übernahme im Wert von rund 111 Milliarden Dollar vereinbart. Sollte der Deal alle behördlichen Hürden nehmen, schluckt Paramount damit eines der traditionsreichsten Filmstudios der Welt - und aus den fünf großen Hollywood-Studios würden nur noch vier. Das berichtete zunächst die Nachrichtenagentur Reuters.
Die Einigung kam zustande, nachdem Netflix am Donnerstag seinen eigenen Übernahmeversuch aufgegeben hatte. Der Streamingriese hatte zuvor ein Angebot von 27,75 Dollar pro Aktie für Warner Bros. vorgelegt, konnte mit Paramounts finalem Gebot von 31 Dollar pro Aktie jedoch nicht mehr mithalten - oder wollte es nicht.
Ellison: "Erbe zweier ikonischer Unternehmen ehren"
Paramount-Chef David Ellison ließ keinen Zweifel daran, wie bedeutsam er die Übernahme einschätzt: "Von Anfang an war unser Streben nach Warner Bros. Discovery von einem klaren Ziel geleitet: das Erbe zweier ikonischer Unternehmen zu ehren und gleichzeitig unsere Vision eines Medien- und Unterhaltungsunternehmens der nächsten Generation voranzutreiben." Warner-Bros.-CEO David Zaslav zeigte sich ebenfalls zufrieden und betonte, man habe stets das Ziel verfolgt, den Wert der "ikonischen Marken und des hundertjährigen Studios" für die Aktionäre zu maximieren.
Die Nachricht schlug an der Börse sofort ein: Paramount-Aktien sprangen laut Reuters um 24 Prozent nach oben, Netflix legte um 13 Prozent zu - Investoren honorierten offenbar die Entscheidung, sich nicht in einen ruinösen Bieterwettstreit treiben zu lassen.
Das vereinte Unternehmen würde über ein gewaltiges Portfolio verfügen. Besonders spannend dürfte die mögliche Zusammenlegung der Streamingdienste HBO Max und Paramount+ werden. Paramount versprach, beide Studios als eigenständige Marken weiterzuführen - mit jeweils 15 Filmen pro Jahr und garantierten 45-Tage-Kinofenstern. Einsparungen von rund sechs Milliarden Dollar sollen durch technologische Integration und operative Effizienz erzielt werden.
Behörden prüfen den Deal genau
Doch in trockenen Tüchern ist die geplante Übernahme noch lange nicht. Das US-Justizministerium muss noch zustimmen, und Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta hat bereits eine Untersuchung eingeleitet. "Paramount/Warner Bros. ist noch keine beschlossene Sache", warnte er. Auch eine regulatorische Ausstiegsklausel von sieben Milliarden Dollar ist vorgesehen, sollte der Deal an behördlichen Hürden scheitern. In der EU rechnen Experten laut Reuters hingegen mit einer unkomplizierten Genehmigung.