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"Random Access Memories": Daft Punk bringt neues Album heraus

From Electro to Disco: Mit ihrer neuen Platte beweist das DJ-Duo Daft Punk erneut, dass es zurecht ein Schwergewicht der Musikszene ist. Fans warten jedenfalls gespannt auf "Random Access Memories".

Nach neuen Alben von den Altmeistern David Bowie und My Bloody Valentine wartet die Musikgemeinde auf das nächste große Schwergewicht des Jahres. Das französische Elektro-Duo #link;http://www.stern.de/kultur/musik/daft-punk-90249364t.html;Daft Punk# hat seit der Veröffentlichung seines letzten regulären Albums "Human After All" acht Jahre ins Land ziehen lassen. "Random Access Memories" heißt das neue Werk der zwei Franzosen, die in der Öffentlichkeit stets nur mit roboterartigen Helmen auftreten.

Von Thomas Bangalter und Guy-Manuel de Homem-Christo ohne Masken existieren nur wenige Fotos. Die beiden Musiker haben etwas Seltenes geschafft: sie sind weltberühmt und können dennoch unerkannt durch die Straßen von Paris oder New York spazieren. Oder sich beim kalifornischen Coachella Festival unters Publikum mischen, um die Reaktion auf ihre erste Single "Get Lucky" zu beobachten, die dort kurz eingespielt wurde.

Und das Feedback fällt, auch Dank perfekter PR-Arbeit, begeistert aus. "Get Lucky" ist auf dem Weg, der Dancehit des Jahres zu werden. Laut Streamingdienst Spotify brach der Song, seitdem er zu hören ist, Rekorde. Das Lied ist ein Dancetrack in bester Discomanier - Funkgitarre und mehrschichtiger Gesang inklusive.

Vorwärts in die Vergangenheit

Auf dem gesamten Album reisen die Elektro-Pioniere scheinbar vorwärts in die Vergangenheit. Disco ist auf "Random Access Memory" das Wort der Stunde. Die Instrumente wurden ganz klassisch per Hand eingespielt und durch die Effektprogramme gejagt, Samples gibt es so gut wie keine. Dementsprechend warm ist der Sound, trotz massiven Vocoder- und Synthesizereinsatzes.

Zudem hat ein illustrer Tross an Kollaborateuren, die unterschiedlicher kaum hätten sein können, mitgewirkt: Pharell Williams vom Produzentenduo Neptunes, Julian Casablancas von den Strokes und Discopionier Giorgio Moroder - um nur einige zu nennen.

Das Ergebnis sind 13 Tracks mit groovigen, eingängigen aber teils vielleicht auch etwas langen Momenten. Ob Daft Punk mit "Random Access Memories" ein ähnlich großer Wurf gelingt wie 2001 mit ihrem millionenfach verkauftem Album "Discovery" wird man sehen. Vorerst wird es jedenfalls nur einen Live-Testlauf geben, und zwar im australischen Outback. Bei einem kleinen Landwirtschafts-Festival soll das Album vorgestellt werden. Nach Bekanntgabe waren die Karten angeblich schon nach 24 Minuten vergriffen - so wird Kult generiert.

steh/Verena Schurr, DPA / DPA