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Teure Kino-Flops: Hollywoods China-Wette geht nach hinten los

Hollywood und China - zwei Schwergewichte wollten gemeinsam das große Geld verdienen. Doch der Plan ging nur zum Teil auf. Einige Prestigeprojekte scheiterten in diesem Jahr krachend. Dafür gab es einen Überraschungshit.

Trailerpremiere "The Great Wall": Matt Damon lüftet das Geheimnis um die Chinesische Mauer

Es sah aus wie die perfekte Allianz: Chinesische und US-amerikanische Filmkonzerne schlossen sich zusammen, um gemeinsam das große Geld zu verdienen. Denn während in den traditionellen Kinomärkten die Ticketverkäufe seit Jahren stagnieren oder gar rückläufig sind, boomt das Geschäft im Fernen Osten. Mehr als 70 Prozent seiner Einnahmen macht mittlerweile in Übersee, China gilt als Schlüsselmarkt. Der Plan: China liefert das Geld, Hollywood die bekannten Gesichter und die großen Marken. Was sollte da schon schiefgehen?  

Der Flop mit der Großen Mauer

Wie es aussieht, jede Menge. Nach einigen vielversprechenden Kinostarts - etwa "Fast & Furios 7" und Warcraft: The Beginning", die beide in mehr einspielten als in den USA - zerplatzte der Traum vom schnellen Geld.

Anfang des Jahres kam der erste gemeinsam produzierte Blockbuster in die Kinos: "The Great Wall", ein Actionfilm, der vollständig in China gedreht wurde. Die Hauptrolle spielte Hollywood-Veteran , Regie führte Zhang Yimou ("House of Flying Daggers"). 150 Millionen verschlang der Meilenstein. Es sollte der Film werden, der sowohl das westliche als auch das chinesische Publikum gleichermaßen begeistert. Doch er scheiterte krachend. In China waren die Zahlen befriedigend, im Rest der Welt ein Desaster. Universal setzte Millionen in den Sand.

Den Robotern geht die Puste aus

Matt Damons Actiondesaster ist kein Einzelfall. Ein Action-Blockbuster nach dem anderen scheiterte in diesem Jahr, wie das Online-Portal "The Outline" schreibt. "King Arthur" verbrannte 150 Millionen Dollar, "Ghost In The Shell" mit Scarlett Johansson in der Hauptrolle fiel ebenfalls an den Kinokassen durch.

Auch vom fünften "Transformers"-Film ("The Last Knight") erhofften sich die Produzenten - Paramount und drei chinesische Firmen - einiges. Nach einem starken Startwochenende ging den Robotern aber schnell die Puste aus. Schon in der zweiten Woche gingen die Einnahmen um 75 Prozent zurück. Am Ende spielte er allein in China 100 Millionen Dollar weniger ein als der Vorgänger.

"Wolf Warrior 2" stiehlt Hollywood die Schau

Zu den weltweit erfolgreichsten Filmen des Jahres zählen das Disney-Remake "Die Schöne und das Biest", Stephen Kings "Es" und diverse Superhelden-Filme. Doch erstmals taucht in den Top 10 ein Nicht-Hollywood-Film auf: "Wolf Warrior 2", eine Art chinesisches "Rambo". Mit 870 Millionen Dollar ist er derzeit Platz fünf, "Spider-Man Homecoming" könnte er noch überrunden. Es ist der Kassenschlager des Jahres. Dahinter steckt nicht eines von Chinas Mega-Studios, die Produktionskosten lagen bei gerade einmal 30 Millionen Dollar.

Die Liste zeigt: Die Idee, das amerikanische und chinesische Publikum gleichermaßen zufriedenzustellen und lediglich auf plumpe Actionfilme mit viel Schauwert zu setzen, scheint nicht zu zünden. Das sieht auch Filmexperte Jeff Bock so. Er sagte "The Outline": "Man muss zurück zum Kern: Story, Story, Story." Hollywood müsse Zeit in die Filme investieren, wie es Pixar oder Marvel vormachen. "Die nehmen keine Abkürzungen. Seien wir ehrlich. Hollywood weiß das seit dem Anbeginn des Films. Aber es gibt immer jemanden, der denkt, dass man auch mit einem Schnellschuss reich werden kann. Manchmal klappt das auch. Aber es ist nicht der Weg zur Straße des Erfolgs."