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"Under My Skin": Avril Lavigne Superstar

Mit ihrem zweiten Album "Under My Skin" macht die Jung-Rockerin Avril Lavigne da weiter, wo sie mit ihrem ersten aufgehört hat: Die 19-Jährige nimmt die Charts im Sturm und wird als Pop-Phänomen gefeiert.

Mit 19 Jahren ist die Kanadierin Avril Lavigne noch ziemlich jung. Trotzdem ist schon so etwas wie ein Superstar, der nicht nur Bravoleser begeistert. Mit ihrem zweiten Album "Under My Skin" befindet sie sich kurz nach Veröffentlichung bereits nahezu weltweit ganz oben in den Charts. Das Werk wirkt erwachsener und düsterer als der Vorgänger "Let Go", Lavigne erscheint textlich reifer und musikalisch anspruchsvoller.

Doch genau hier könnte das Problem liegen. Denn der größte Teil ihres Erfolges rührte von ihrer unverstellten Art, und die ist ihr auf dem neuen Album über weite Strecken abhanden gekommen. Die erste Single "Don’t Tell Me" ist eine erwachsene Version von "Complicated", mit eine Beat, der zum Kopfnicken animiert, und einem radiotauglichen Refrain. Auch das eingängige "My Happy Ending" und das leicht punkige "He Wasn’t" klingen wie erwachsene Fassungen von "Sk8er Boi".

Die Jung-Rebellin für die Medien

Avril Lavigne verkörpert das Skater- und Rock-Girl, dass jetzt erwachsen wird. Sie galt als Gegenentwurf zu Pop-Ikonen wie Britney Spears, als Rebellin, die massenkompatibel ist. Unlängst sagte sie, dass sie all das Gerede um Punk und Rebellion mittlerweile nicht mehr hören kann. "Dieses Image hat sich die Presse ausgedacht," sagt das zierliche Mädchen, "sicher, ich bin kein Engel und halte mich nicht immer an Regeln. Aber ich sehe mich auch nicht als Rebellin."

Der wohl beste Song auf dem neuen Album ist "Nobody’s Home", ein Stück über den Umgang mit Abweisung, der Lavignes Fähigkeiten als Songwriterin zeigt. Als musikalischer Co-Autor wirkte zudem Ben Moody mit, Gitarrist von Evanescence, was offensichtlich zum düsteren Sound des Songs beigetragen hat. Fazit: Teenagerinnen kümmern sich meist nicht um ausgereifte Texte und Musik. Sie werden das Album kaufen, weil es Avril Lavigne ist. Für alle anderen könnte als Kaufanreiz dienen, dass es sich um einen ehrbaren Versuch mit einer Hand voll gelungener Stücke handelt.

AP, TIS / AP / DPA
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