Dschungel? Easy. Die Männergesellschaft im Camp hat sich gut eingefläzt. Hardy, der pensionierte Fernseh-Förster, erhebt sich von seiner Liege nur noch, wenn Bratenduft in der Luft liegt. Jagen ist voll Nullerjahre, das Opossum kommt jetzt per Lieferservice. Hubert, sein Pritschen-Buddy, ist "total happy und sehr stolz".
Niemand weiß, warum und vor allem: worauf. Und Gil erzählt neuerdings Witze. Ja, Sie haben richtig gelesen. Der Mann, der als Lügner startete, sich dann zum Lebensmittelretter weiterbildete, ist jetzt Comedian. Kostprobe gefällig? "Wie nennt man ein weißes Mammut? – Hellmut."
Dafür, dass der Musiker dieser superominösen Schweigepflicht unterliegt, quatscht er mittlerweile ganz schön viel. Bei der Feuerwache raunte er Eva ein Best-of seines Lebens ins Ohr. Von der Foto-Lovestory in der "Bravo" bis zu seinem ersten (und einzigen) großen Hit. Doppelplatin in Indonesien, jahrelange Tourneen durch Asien. Ein 21-Jähriger in einem Penthouse mit Blick über München und Burnout.
Jahre später habe ihn mal John Bon Jovi angerufen, mitten in der Nacht. "Wir hatten ein Wahnsinnsgespräch bis sieben Uhr morgens."
Samira sauer: "Sollen wir bei 40 Grad im Schneeanzug rumlaufen?"
Eva verstand nur die Hälfte, programmierte ihr Beuteschema aber blitzschnell um: von Bauer zu Bon-Jovi-Wannalike. Dabei ließ Ofarim einige zentrale Stationen seiner Karriere sogar unerwähnt. Die Teilnahme am "Großen Promibacken" 2019 etwa oder seine Performance als Grashüpfer in "The Masked Singer" im selben Jahr.
"Möchtest du Gast in meinem Podcast sein?", zischelte Eva mit ihrem irisierenden Schlange-Kaa-Blick, der schon Patrick fast aus dem Traktor geschleudert hätte. Nicht auszuschließen, dass bei Eva von Gils langem Vortrag nur die Information zu seinem aktuellen, offenbar nicht übertrieben romantischen Beziehungsstatus hängenblieben ist: "Ich habe meinen besten Freund geheiratet."
Es war den beiden fleißigen Reality-Malocherinnen Samira und Ariel vorbehalten, dem selbstzufriedenen Cis-Männergesangsverein ordentlich den Marsch zu blasen. Die Frauenbewegung schlägt zurück!
Samira de Beauvoir äußerte ihre Verwunderung darüber, dass den beiden Sitzsäcken Hardy und Hubert noch keine Thrombosespritzen verabreicht wurden. Richtig sauer machte sie zudem Stephen, weil er Eva einen zu freizügigen Kleidungsstil vorgehalten hatte. "Es sind 40 Grad, sollen wir im Schneeanzug rumlaufen?", schimpfte sie – und fügte hinzu: "Auch wenn Frauen sexuell bedrängt werden, heißt es 'Ja warum rennt sie denn auch so rum?'"
Das wiederum inspirierte Ariel Schwarzer zu einem spontanen Bikini-Plädoyer. "Jede Frau darf anziehen, was sie möchte", verkündete sie, "das hat kein Mann auf dieser Welt zu beurteilen!" Und: "Ich ziehe genau das an, was ich geil finde, schaue in den Spiegel und denke mir: 'Du hot Mummy'."
Für Ariel hat Hardy "keinen Mehrwert"
Später imitierte sie im Dschungeltelefon – tatsächlich sehr treffend – die zeitlupenhaften Moves von Hardy. Wie er sich mühsam aus der Rückenlage in die Senkrechte ächzt, um sich Wasser zu holen oder aufs Klo zu gehen.
Bei einem Teambuildingspiel, bei dem die Camper sich gegenseitig mit Tierfiguren charakterisieren sollten, überreichte sie ihm ein Faultier – natürlich nicht ohne eine gewohnt schonungslose Erklärung: "Du machst den ganzen Tag nichts, weil du denkst, du bist Hardy und hast eine Fanbase im Rücken. In meinen Augen hast du keinen Mehrwert."
Diese Schweizerin ist ein Phänomen. Wie auf Dauersendung scannt sie jede Bewegung und Bemerkung ihrer Mitbewohner und schlägt zielsicher zu.
Dass sie nicht nur die böse Barbie ist, bewies sie gestern. Durchaus berührend erzählte sie von ihrem Ex-Freund und Vater ihres Kindes, der vor ihr schon mit einer anderen Frau ein Kind hatte. Dieses wurde noch im Krankenhaus zur Adoption freigegeben. "Ich wäre bereit gewesen, es zu mir zu nehmen." Doch dazu kam es nicht, denn auch ihre Beziehung mit dem Typen zerbrach.
Die Geschichte brachte Gil aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart. "Es gibt wenige Frauen, die so etwas machen würden. Davor habe ich großen Respekt." Sprach's und streckte Ariel die Hand hin, die sie verdutzt nahm. Ein historischer Moment.
Im Dschungeltelefon wurde der Sänger geradezu präsidial. "Ariels Erzählung hat mich in dem Gedanken bestärkt, dass jeder hinter seiner Maske im Grunde ein Guter ist."