HOME

"Wenn I mit dir tanz"-Sängerin: Was macht eigentlich ... Doris Hrda (alias Nicki)?

Als Sängerin Nicki hatte sie in den 80er Jahren Hits wie "I bin a bayerisches Cowgirl" oder "Wenn I mit dir tanz".

Doris Hrda, 50, im Garten ihres Hauses in Plattling, Niederbayern

Sie heißen Doris, warum der Künstlername Nicki?

Meine erste Plattenfirma bestand darauf, einen Künstlernamen zu wählen. Die hatten seltsame Vorschläge.

Zum Beispiel?

"De Anda", oder "Jodi Alm". Ich habe vorgeschlagen, mich "Wurstsemmel" zu nennen, das sei genauso blöd. Die Sängerin Sandra hat dann "Nicki" erfunden. Dabei blieb es.

Mit Schlagern wie "I bin a bayerisches Cowgirl" machten Sie schnell Karriere. 35-mal in der "Hitparade" – das ist fast Rekord. Was denken Sie, wenn Sie die alten Aufnahmen heute sehen und hören?

Ich denk mir, wie schlicht das damals alles war. Ich war gerade mal 16, als ich anfing, hatte keine Ahnung, bin einfach raus und hab gesungen. Nicht mal eine Choreografie gab es. Vom linken Bein aufs rechte Bein und zurück, das war alles. Als mir wer sagte, ich soll doch mal was mit den Händen machen, hab ich ab und zu eine Hand hochgehoben.

Wissen Sie noch, wie oft Sie mit Gold oder Platin ausgezeichnet wurden?

So genau nicht. Es dürften mehr als ein Dutzend Platten sein.

Und wo sind die heute?

Die hängen auf dem Weg zum Keller an der Wand.

Legen Sie manchmal eine davon auf?

Nein. Eine Kollegin hat das mal gemacht und mir erzählt, dass da ein ganz anderes Lied drauf war. Ich glaub, die Plattenfirmen vergolden auf Vorrat einfach ein paar übrig gebliebene Tonträger und pappen bei Bedarf schnell das passende Label drauf.

1999 haben Sie sich für lange Zeit aus dem Schlagergeschäft zurückgezogen.

Ich war schwanger und hab mir gedacht: So, jetzt machst Familie ohne Wenn und Aber. Musikalisch hab ich damals gar nichts gemacht.

Ihre beiden Töchter sind jetzt 16 und 14 Jahre alt. Mögen die Ihre alten Lieder?

Die finden schon gut, was ihre Mutter gemacht hat. Aber das zu sagen ist fast schon zu privat.

Sie behalten Ihr privates Leben gern für sich. Ihre Hochzeit mit dem Vater Ihrer beiden Töchter haben Sie klammheimlich gefeiert und zwei Jahre lang den Fans verschwiegen. Warum?

Weil das nur uns etwas angeht. Von der Hochzeit am 3. Dezember 2011 wussten wirklich nur die allerengsten Angehörigen. Nicht mal unsere Tanten und Onkel.

War das in Plattling, Ihrer niederbayerischen Heimat, wirklich geheim zu halten?

Ja. Die Leute kennen mich hier, akzeptieren mich. Ich bin hier geboren und gehöre hierher. Wir haben ein Haus mit Garten, in dem ich mit meinem Mann, den Kindern und einer Katze lebe. Ganz normal, eine Familie, wie viele andere auch.

Und keine Sehnsucht mehr nach großen Sälen, Autogrammjägern und kreischenden Fans?

Ich bin ja nicht aus der Welt. Mein Mann hat eine Band, Kir Royal Extra. Er sitzt dort am Schlagzeug. Sie begleiten mich auf vielen Auftritten. Bei Konzerten oder Tanzabenden. Das macht sehr viel Spaß.

Aber Goldene Schallplatten werden dort nicht gewonnen. Ist das kein Problem für einen ehemaligen Star?

Wieso denn? Ich habe ja gleichzeitig auch viele Soloauftritte in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Versteht man Sie überall? Sie sind bekannt dafür, ausschließlich auf Niederbayerisch zu singen, was für manche Ohren ziemlich befremdlich klingt.

Die Leute singen immer laut den Text mit. Passt scho.

Juliane Werding
Interview: Rupp Doinet
Themen in diesem Artikel