Bob Geldorf Der "heilige Bob" will die Not in Afrika lindern


Bob Geldof wurde mit den Live-Aid-Konzerten vor 20 Jahren weltberühmt. Seither setzt er sich dafür ein, die Not der Menschen in Afrika zu lindern.

Seine Vergangenheit als provozierender Rockmusiker ist darüber fast in Vergessenheit geraten. Die britischen Zeitungen nennen den 53-jährigen Iren "den heiligen Bob" und sie meinen das nur ein wenig ironisch.

"Die Weltachse zu Gunsten der Armen ein wenig zu verschieben"

Geldof stellte 1984 die Band-Aid-Single "Do They Know It’s Christmas?" und im folgenden Jahr die Live-Aid-Konzerte auf die Beine, die Millionen für die Hungerhilfe zusammenbrachten. Jetzt, 20 Jahre später, sollen die führenden Industriestaaten und Russland (G-8) gedrängt werden, den ärmsten Ländern die Schulden zu erlassen und die Finanzhilfe zu erhöhen. Der G-8-Gipfel in der kommenden Woche in Schottland gebe Großbritannien die Möglichkeit, "die Weltachse zu Gunsten der Armen ein wenig zu verschieben", sagte Geldof. Geld sollte diesmal nicht gesammelt werden, es gehe vielmehr um ein politisches Bewusstsein.

Anfang der 80er Jahren war Geldof als Sänger der Band The Boomtown Rats mit dem Hit "I Don’t Like Mondays" zu Ruhm gekommen. Nach einem Fernsehbericht über den Hunger in Äthiopien beschloss er zu handeln. Gemeinsam mit Midge Ure von der schottischen Band Ultravox schrieb er den Song "Do They Know It’s Christmas?". Er überzeugte die damals Größten der Branche, den Titel unter dem Namen Band Aid aufzunehmen: Sting, U2, Boy George und Duran Duran. Die Single wurde vor Weihnachten 1984 drei Millionen Mal verkauft.

Auch Kritik an Geldof

Live Aid fand am 13. Juli 1985 in London und Philadelphia statt. Zu den mitwirkenden Musikern zählten David Bowie, Queen, U2, Elton John Eric Clapton und George Michael. Phil Collins überquerte den Atlantik in einer Concord, um in beiden Städten auftreten zu können. Im Fernsehen verfolgten schätzungsweise 1,5 Milliarden Menschen die Konzerte, für die Hungerhilfe kamen 140 Millionen Dollar zusammen. 20 Jahre später konnte Geldof erneut die Creme de la creme der Musikszene überzeugen, umsonst aufzutreten.

Geldof wurde für sein Engagement jedoch auch kritisiert. So verwies Sänger Damon Albarn von Blur darauf, dass keine Afrikaner bei den Konzerten vertreten seien. Andere erklärten, eine Verdoppelung der Finanzhilfe könnte korrupte Regime in Afrika belohnen, statt eine Veränderung zu bewirken.

Viele Verluste in Geldofs Leben

Geldof äußert sich nicht zu seinen Motiven, aus seiner Biografie wird jedoch deutlich, dass er in seinem Leben viele Verluste hinnehmen musste. Seine Mutter starb, als er sieben Jahre alt war, seine langjährige Lebensgefährtin Paula Yates, Mutter seiner drei Töchter, starb 1998 an einer Überdosis Rauschgift. Er zieht die Kinder Fifi, Peaches und Pixie allein auf und adoptierte Heavenly Hiraani Tiger Lily, Yates’ Tochter mit dem verstorbenen Sänger Michael Hutchence.

Seine Qualitäten als Musiker schätzt Geldof offenbar gering ein. So sagte er einem Journalisten 2003, er sei sehr verschüchtert gewesen, als er McCartney und Mick Jagger getroffen habe. "Sie sind so fantastische Künstler und ich, nun ja, ich bin das nicht."

Jill Lawless, AP


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