Wissenschaft Warum wir vergessen müssen, m überhaupt

Onur Güntürkün
Onur Güntürkün forscht seit Jahren an Tauben. Der Wissenschaftler schätzt ihre Intelligenz und Audauer.
© Julia Unkel
Der Biopsychologe Onur Güntürkün erklärt im Interview mit stern-Redakteurin Doris Schneyink, warum unser Gehirn ständig Inhalte löscht und wie wir das Vergessen nutzen können, um Ängste und Schmerzen besser zu bewältigen.
Von Doris Schneyink

Herr Güntürkün, haben Sie heute eigentlich schon etwas vergessen?

Ja natürlich, leider sehr viel. Ich könnte Ihnen zum Beispiel nicht mehr spontan sagen, woran ich heute so zwischen neun und zehn Uhr gearbeitet habe, ohne es anhand vieler anderer Details zu rekonstruieren. Ich erinnere mich auch, dass meine Frau heute morgen eine Jeans trug, und wenn ich Ihnen das so erzähle, fällt mir ein, dass es gestern ein Rock war. Aber – das darf ich meiner Frau niemals sagen – ich habe vergessen, wie der Rock aussah. Das mag unhöflich erscheinen, aber ehrlich gesagt müssen wir froh sein, dass wir vergessen können.

Warum sollten wir für unser miserables Gedächtnis auch noch dankbar sein?


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