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Ein Song aus dem Computer: Hören Sie mal rein: Ist DAS der perfekte ESC-Song?

Wie klingt ein ESC-Hit? Das hat ein Künstlerkollektiv herausfinden wollen – und mittels Künstlicher Intelligenz versucht, die DNA eines Eurovision-Songs zu dekodieren.

Zeilen wie "Tears will always have wet eyes", also "Tränen werden immer feuchte Augen haben", kann man für sinnlich halten. Oder für sinnlos. Außergewöhnlich sind sie allemal: Sie sind das Ergebnis von künstlicher Intelligenz.

So schildern es jedenfalls "Sweaty Machines" auf der Videoplattform Youtube, nach eigenen Angaben ein Kollektiv aus Künstlern, Musikern und Programmierern. "Wir haben einen Song kreiiert, der den Eurovision zelebriert – sein Melodrama, seinen Kitsch, seinen Humor und seine Spielereien." Das Ergebnis: "Blue Jeans and Bloody Tears", ein Song, der ausschließlich von Künstlicher Intelligenz komponiert und getextet worden sei.

"Was macht einen ESC-Song unvergesslich?"

Die Macher hätten sich gefragt: "Was macht einen Eurovision-Song unvergesslich? Hat ein Eurovision-Hit eine spezielle DNA?" Um das herauszufinden, hätte das Kollektiv "hunderte" ESC-Songs, also Melodien und Texte, in ein Netzwerk eingespeist. Algorithmen hätten daraufhin "tausende" neue Songs und Lyriks ausgespuckt, aus denen wiederum einige sorgfältig ausgesucht und "verschweißt" worden sein.

Herausgekommen ist "Blue Jeans and Bloody Tears", dass die Schöpfer als Duett zwischen Izhar Cohen – Israels ersten ESC-Sieger von 1978 – und einem Computer beschreiben. "Wir hoffen, dass dieser Song die inoffizielle Hymne des Eurovision 2019 wird", so der Wunsch des Kollektivs.

Der Song wurde am 13. Mai veröffentlicht, also wenige Tage vor dem Gesangswettbewerb, der in diesem Jahr in Tel Aviv (Israel) ausgetragen wurde. Seitdem wurde der künstliche ESC-Song fast 500.000 auf Youtube angehört. Größtenteils mit Freude, wie es scheint: "Das Schlimmste ist: Der Song ist nicht schrecklich", heißt es etwa in der Kommentarspalte. Oder: "Immer noch besser als ein Jahrzehnt britischer Beiträge."

Beim jüngsten ESC haben nach Angaben des Veranstalters rund 182 Millionen Menschen zugeschaut. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) teilte mit, der Marktanteil beim Finale am 18. Mai sei mit durchschnittlich 36,7 Prozent um einen Prozentpunkt höher gewesen als bei der Veranstaltung im Vorjahr in Portugal. ESC-Sieger war in diesem Jahr der Niederländer Duncan Laurence (25, "Arcade"). 

fs / Mit Material der Nachrichtenagentur DPA
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