HOME

Dieter Gorny: Positives Fazit nach erster Berlin-Popkomm

Nach 15 Jahren in Köln ist die Popkomm erstmals in Berlin über die Bühne gegangen. Nach Abschluss der Messe zeigte sich ihr Gründer Dieter Gorny zufrieden mit dem Verlauf.

Der Umzug der Popkomm von Köln nach Berlin hat sich nach Ansicht ihres Gründers Dieter Gorny voll ausgezahlt. "Die Popkomm ist internationaler geworden. Sie ist wieder ein echter Kommunikationsort für die Branche", sagte der Chef des Musiksenders Viva zum Abschluss der Musikmesse. "Auch das internationale Medieninteresse ist viel größer. Das liegt sicher auch an der Metropolenfunktion der Hauptstadt." Nach Jahren des Krisengeredes sei die Stimmung in den Messehallen wieder vergleichbar mit der in der Boomzeit der 90er Jahre. Die 16. Popkomm hat in ihrem ersten Berliner Jahr 663 Aussteller aus 41 Ländern angezogen - rund 50 Aussteller mehr als im Vorjahr in Köln.

Wachsendes Geschäft mit Downloads

Mittlerweile sei die Musikbranche weniger hysterisch und dafür ernsthafter geworden - vor allem in Bezug auf das Geschäft mit Musik im Internet. "Momentan machen Downloads ja nur etwa ein Prozent des Musikgeschäftes aus." Die Branche rechnet aber damit, dass es mittelfristig 10 bis 30 Prozent werden - "das halte ich für realistisch". Die Internetmusik sei ein zusätzliches Geschäft und werde den klassischen Tonträger, die CD, so schnell nicht verdrängen. "Der 'Das-wird-alles-andere-wegwischen-Hype' ist endlich weg", sagte der Vorstandsvorsitzende der Viva Media AG.

Eine Messe wie die Popkomm sei auch im Internetzeitalter noch die richtige Form, um die Branche zusammenzubringen. "Der direkte Kontakt zu den Künstlern und den Geschäftspartnern ist sehr wichtig. Musik ist und bleibt ein emotionales Geschäft." Trotz dieser Emotionalität und der Bindung an die Kunden, die Musikfans, sollte die Fachmesse Popkomm nach Gornys Meinung nicht für das breite Publikum geöffnet werden. "Die internationalen Partner sagen eindeutig: 'Wir wollen einen Marktplatz'. Und das ist die Popkomm. Die Musik und das Feiern kommen ja nicht zu kurz - das passiert drumherum in der ganzen Stadt." Beim Popkomm-Festival standen rund 400 Bands und Solo-Interpreten auf den Bühnen von über 30 Clubs und Konzertsälen.

DPA / DPA
Themen in diesem Artikel