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"Sounds of Silence" von Disturbed: Kunst oder Kitsch: Dieser Song polarisiert die Musikwelt

Vor fünf Monaten performte die Metal-Band Disturbed in der Late Night Show "Conan" ihre Version von Simon & Garfunkels "The Sound of Silence". Seither haben das Video mehr als 22 Millionen Menschen gesehen. Nicht jeder ist begeistert.

Disturbed

Disturbed-Sänger David Draiman singt in der Late Night Show "Conan" seine Version von "The Sound of Silence".

Über Geschmack lässt sich bekanntermaßen trefflich streiten. Was den einen tief in seinem Innersten berührt, kann ein anderer als durchweg abscheulich empfinden. So verhält es sich auch mit Disturbeds Version von Simon & Garfunkels "The Sound of Silence". Die amerikanische Metal-Band hatte im März ihre Interpretation des 60er-Jahre-Klassikers in der US-Late-Night Show von Conan O'Brian zum Besten gegeben - und damit offenbar einen Nerv getroffen: Mehr als 22 Millionen Menschen haben das viereinhalbminütige Video bereits angeklickt. Und noch immer werden es täglich mehr. Die meisten sind begeistert und posten zum Teil euphorische Kommentare unter den Clip. "Phänomenal", "Ein wahrer Künstler" oder "Unglaubliches Talent - dieser Mann war dazu bestimmt, diesen Song zu singen" lauten einige der Lobeshymnen.


Doch bei weitem nicht jeder teilt die Begeisterung für die Version. Viele User äußerten sich sehr negativ, empfanden die Musik als Verschandelung des Originals, das erstmals 1964 auf dem Album "Wednesday Morning, 3 A.M." erschien und vom "Rolling Stone" in die "Liste der 500 besten Songs aller Zeiten" gewählt wurde. In der Tat setzen Disturbed voll auf Überwältigung und tragen so dick auf wie es nur geht. Nicht jeder findet das passend bei einem Lied, das ursprünglich als reiner Folksong erschien, 1965 dann nachträglich mit E-Gitarre, Bass und Schlagzeug versehen und so zu einem Folk-Rock-Song erweitert wurde.

Kunst oder Kitsch? Disturbed polarisieren

Wo Art Garfunkel mit engelsgleicher Stimme singt, verfällt Disturbed-Sänger David Draiman am Ende regelrecht ins Grölen, dazu beben die Pauken und ein Streicherorchester schreit aus jeder Pore "Dramatik". Das kann man mögen. Man kann es aber auch mit Fug und Recht als Kitsch bezeichnen.

Disturbed haben immerhin einen prominenten Fürsprecher auf ihrer Seite: Kein Geringerer als Paul Simon, der den Song komponiert hat, lobte ihre Interpretation auf Facebook: 


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