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Corona Konzerte bald nur noch für Geimpfte? Veranstaltungsbranche stößt Debatte an

Latitude Festival
Solche Bilder haben wir in Deutschland lange nicht mehr gesehen: Beim Latitude Festival feierten in Großbritannien 40.000 Zuschauer unter freiem Himmel.
© Jacob King/PA Wire / DPA
Brisanter Vorstoß: Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft fordert, künftig nur noch Geimpfte und Genesene auf Konzerte zu lassen. Andernfalls könne man den Betrieb nicht mehr lange aufrecht erhalten.

Sollen Geimpfte künftig mehr Rechte genießen als Ungeimpfte? Kanzleramtsminister Helge Braun hat am Wochenende mit einem Interview die Debatte darüber eröffnet, ob die Politik künftig den Druck auf Impfunwillige verschärfen und damit eine Impfpflicht durch die Hintertür einführen soll. Zustimmung kam von Bundesinnenminister Horst Seehofer, der Sonderrechte für Geimpfte und Genesene beim Besuch von Veranstaltungen oder Restaurants befürwortet. Dagegen lehnt CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet dies bislang ab.

Doch Braun bekommt nun Unterstützung aus der Veranstaltungsbranche. "Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg", sagt Jens Michow, Geschäftsführer des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, im Interview mit der Tageszeitung "Die Welt". Veranstalter sollten ab Herbst die Möglichkeit haben, über ihr Hausrecht nur Geimpften oder Genesenen Zutritt zu gewähren. Das solle auch für die auftretenden Künstler und das Personal gelten. Dafür müsse die Regierung jetzt die Grundlage schaffen: "Wir benötigen dafür endlich klare Rahmenbedingungen von der Politik. Alles andere ist völlig perspektivlos."

Mit begrenzter Zuschauerzahl könnte die Branche eingehen

Laut Michow gibt es keine Alternative zu dieser Maßnahme. Sollten Veranstaltungen wie bisher ablaufen - mit Abstandsgeboten, Maskenpflicht und in begrenzter Besucherzahl - könne der Betrieb wirtschaftlich nicht mehr lange aufrecht erhalten werden. Dann werde es "eben überhaupt nie wieder klassische Großveranstaltungen geben".

Mit dieser deutlichen Stellungnahme ist der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft in der Diskussion vorgeprescht und hat sich klar positioniert. Andere große Verbände wie der Gaststättenverband Dehoga haben sich bislang nicht auf eine Impfpflicht für Gäste festlegen wollen. Bis zum Herbst dürfte Bewegung in diese Debatte kommen.

Verwendete Quelle:"Die Welt" (Bezahlinhalt)

che

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