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E-Mail von Till: Gefahr: "Last Christmas" vermeiden!

Es gibt Verbraucherhinweise, die braucht kein Mensch. Aber warum wird die Menschheit nicht vor nervigen Weihnachtsliedern gewarnt, die einem die ganzen Festtage vermiesen?

Von Till Hoheneder

Leute, mal ganz ehrlich! Das Leben ist voller Gefahren und darum ist es immer gut, sich an das alte Motto zu halten: Es gibt keine Lauer, auf der ich nicht liege! Und wer hat nicht noch den alten Klassiker aus der Bundeswehr- und Zivildienstzeit im Ohr: Vorbeugen ist besser als auf die Schuhe reihern! Der Amerikaner als solcher wird ja auch gerne mal pauschal als oberflächliches, kulturloses, fettes und strohdummes Fastfoodmonster dargestellt. Aber mal angenommen, das stimmt alles, dann ist es doch auch nicht weiter verwunderlich, dass in den USA jedes Jahr die verrücktesten Verbraucherhinweise prämiert werden. Dieses Jahr hat ein Aufkleber gewonnen, der auf einem Traktor klebte: "Gefahr: Tod vermeiden!". Zweiter Platz war ein Aufdruck auf einem T-Shirt: "Bitte nicht bügeln, wenn Sie das Shirt tragen!" Diese erschütternd simplen und doch richtigen Tipps geben uns einen Ausblick auf die Entwicklung solcher Hinweise ... Auf Omi und Opi tackern wir bald lustige Sticker: "Altern endet mit dem Tode"!

Wenn vorher nichts dazwischen kommt. Deswegen war Julia Roberts auch so erbost über den Paparazzi-Raser vor der Schule ihrer Kinder. Also brettert Julia in bester Colt-Seavers-Tradition hinter dem Sünder her und stellt ihn. Und richtig: Nur kleingeistige, deutsche Spießer regen sich darüber auf, dass Frau Roberts ja selber alle Verkehrsregeln bei der Verfolgung missachtet hat und ihr Mercedes SUV kein Öko-Auto ist. Quatsch! Ein Auto, das im Durchschnitt nur 15 Liter verbraucht, ist für Amis auf jeden Fall ein Spritsparauto! Mein Gott, wer zu Hause auf der Gästetoilette Energiespar-Lampen benutzt, darf ja wohl zum Ausgleich einen sparsamen Achtzylinder fahren!

Wen interessiert schon das ganze Klimagelaber auf Bali, wenn die einzig wichtige Frage wie jedes Jahr zur Adventszeit nur heißen kann: Gibt es zu Weihnachten Schnee? Und zwar jetzt nicht auf dem Make-up-Spiegel von Kate Moss, sondern Schnee als Wetter! Bei uns in der Stadt ist Weihnachtsmarkt und alle Karussellbesitzer haben sich gegen mich verschworen und dudeln unisono Rolf Zukowskis nervige "Winterkinder"-CD. Also steht man tapfer in der regnerischen Kälte, winkt jede Runde seinem dauerwinkenden Kind zu und versucht das fürchterliche Lied "Es schneit" akustisch zu stornieren. Weil es halt nicht schneit und man sich eher fragt: Wo bleibt denn die verdammte Erderwärmung? Mir ist kalt! Was interessiert mich der steigende Meeresspiegel, Sylt oder Holland?

Und warum gibt es zu "Es schneit" eigentlich nur noch "Last Christmas" von Wham als Weihnachtsliedalternative? "Last Christmas" ist etwas (ich will es nicht Lied nennen), was ich von ganzem Herzen verabscheue. Spontane Assoziationen zu diesem Machwerk: Ein Kilo übelriechender Yak-Pansen, das Gesicht von Guido Westerwelle oder ein Gang-Bang mit den Jacob-Sisters! Da gehört doch wirklich ein Verbraucherhinweis auf die CD. Gefahr: Hören vermeiden!

Bis die Tage!

  • Till Hoheneder