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Echo 2005: Robbie Williams zu Gast bei der neuen deutschen Welle

Deutschland hat sich emanzipiert, heißt es freudig beim Phonoverband, der am Samstagabend die begehrten Echos verleiht. Und weil Töne aus Deutschland wieder in sind, feiert sich die gebeutelte Musikindustrie kräftig selbst.

Bei der 14. Echo-Verleihung werden am Samstagabend die erfolgreichsten nationalen und internationalen Künstler ausgezeichnet. Mit vier Nominierungen in 25 Kategorien ist die Band Silbermond Spitzenreiter. Als Grundlage dienen Chartplatzierungen und Verkaufszahlen. Der Echo gilt seit Jahren als die Leistungsschau der Musikbranche. 1992 wurden zum ersten Mal, damals in Köln, nationale und internationale Künstler für ihre Erfolge auf dem deutschen Markt geehrt.

Mehr als 4000 Musiker, Produzenten und Fans werden zur Echo-Verleihung im Estrel Convention Center erwartet. Mit vier Nominierungen geht die Band Silbermond aus dem sächsischen Bautzen als großer Favorit ins Rennen. Je drei Mal nominiert sind der Berliner Rapper Sido, die Hamburger Newcomerin Annett Louisan sowie Rammstein, Juli und die Beatsteaks. Als erfolgreichste Single des Jahres gehen unter anderem "Schnappi, das kleine Krokodil" von Iris Gruttmann und ihrer Nichte Joy sowie "Lebt denn dr alte Holzmichl noch?" von De Randfichten ins Rennen.

Mehr deutsche als internationale Künstler

"Erstmals gibt es mehr deutsche Künstler auf der Bühne als internationale", sagte der Vorsitzende der Phono-Akademie, Gerd Gebhardt. Die ersten fünf Plätze in den Hitparaden seien zurzeit durchweg von deutschen Produktionen besetzt. "Das zeigt, dass wir uns in Deutschland emanzipiert haben."

Zu den international Nominierten gehören unter anderem George Michael, Robbie Williams, Norah Jones, Seal und Usher. Bei der Show im Berliner Estrel-Center werden unter anderem Mariah Carey, Nena, Marius Müller-Westernhagen und Rammstein. Moderiert wird wie die Preisverleihung von Oliver Geissen und Yvonne Catterfeld.

Schon einen Tag vor der offiziellen Verleihung ist TV-Entertainer Stefan Raab mit zwei der begehrten Trophäen ausgezeichnet worden. Die Deutsche Phono-Akademie ehrte ihn am Freitag bei einer Vorabverleihung als besten Medienmann des Jahres sowie als erfolgreichsten Produzenten. "Die Preise sind Anerkennung und Motivation", sagte Raab.

Der Kölner erhält den Echo als Produzent der ProSieben-Sendung "Stefan sucht den Super Grand Prix Star" ("SSDSGPS") im vergangenen Jahr und sein Engagement für den Sieger und Grand-Prix-Teilnehmer Max Mutzke sowie für die Filmmusik zu Michael Herbigs Film "(T)Raumschiff Surprise". Bereits 1997 und 2000 war der Fernsehstar als bester Produzent ausgezeichnet worden. Für seine Aktion "Bundesvision Contest", bei der Künstler aus 16 Bundesländern in einer Art deutschem Grand Prix gegeneinander antraten, nahm er den Echo als bester Medienmann entgegen.

Der Preis für die erfolgreichste Jazz-Produktion geht an die kanadische Sängerin und Pianistin Diana Krall. Die Ärzte erhalten den Deutschen Musikpreis in der Kategorie "Beste nationale/internationale Musik-DVD-Produktion des Jahres". Die Bandmitglieder nahmen den Deutschen Musikpreis allerdings ebenso wie Krall nicht selbst entgegen.

RTL strahlt die Echo-Gala am Abend der Verleihung zeitversetzt um 21.15 Uhr aus.

DPA/AP / AP / DPA