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Rathausempfang zum ESC: Düsseldorf ist jetzt Grand Prix

Ein Hauch Olympia wehte durch den Düsseldorfer Ehrenhof: Die Eröffnung des Eurovision Song Contest 2011 wurde am Samstagabend mit einer riesigen Party gefeiert. Während Lena sich zeitig tummelte, waren die wichtigsten Gäste erst gar nicht eingeladen: die Düsseldorfer.

Von Jens Maier, Düsseldorf

Partys sind ihre Sache nicht: Sie trinkt Bionade statt Altbier und wird von einer Entourage der deutschen Delegation abgeschirmt. Der Tag war anstrengend für Lena. Erst die Probe in der Düsseldorfer Arena, dann die Pressekonferenz mit hunderten Journalisten und schließlich lächeln und Autogramme schreiben am roten Teppich. Es sei ihr deshalb verziehen, dass sie bereits kurz nach 22 Uhr die Düsseldorfer Tonhalle verlässt, während drinnen die Party erst richtig los geht.

Düsseldorfs Bürgermeister Dirk Elbers hat am Samstagabend den Startschuss für den Eurovision Song Contest gegeben. Alle Delegationen der 43 Teilnehmerländer und die Interpreten waren zum Bürgermeisterempfang in die Tonhalle eingeladen, um den Beginn der Grand-Prix-Woche zu feiern. Am kommenden Samstag wird einer von ihnen das Finale des Eurovision Song Contest gewinnen und europaweit bekannt sein, an diesem Abend durften sie sich alle wie Stars fühlen.

Triumphmarsch in die Tonhalle

Über einen 126 Meter langen roten Teppich hielten die Teilnehmer Einzug in die Tonhalle. Schön war das anzuschauen. Es hatte etwas von einem Triumphmarsch, ja fast olympische Dimensionen, wie die Delegationen dort entlang schritten. Ein Fahnenträger mit der jeweiligen Landesfahne voraus, reihten sie sich am roten Teppich auf. Gut gelaunt gaben die Grand-Prix-Teilnehmer Autogramme und führten Interviews.

Elbers brachte es bei seiner Eröffnungsrede in holprigem Englisch auf den Punkt: "43 Nationen rücken näher zusammen und feiern gemeinsam", sagte er. Treffender kann man das Motto des Eurovision Song Contest nicht umreißen. Schade nur, dass die Düsseldorfer Bürger bei diesem Event nahezu ausgeschlossen waren. Die Tonhalle war hermetisch abgeriegelt, der Zugang zum Gelände nur mit Einladung möglich. "Stell dir vor es ist Grand Prix und keiner kriegt's mit", sagte ein wütender Fan.

Nur 300 Meter entfernt feierten die Düsseldorfer ihre eigene Party. Wie jeden Samstagabend bei gutem Wetter belagerten tausende Menschen den Schlossplatz am Rheinufer, um den milden Frühlingsabend bei einem Altbier zu genießen. Dass sie jetzt Grand Prix sind, werden sie erst aus der Zeitung erfahren.