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Corona-Pandemie "Die rauschende Seele des Landes": Herbert Grönemeyer fordert Kulturabgabe von Millionären

Herbert Grönemeyer sorgt sich um die Kultur in Deutschland
Herbert Grönemeyer sorgt sich um die Kultur in Deutschland.
© Georg Wendt / DPA
Die Kulturszene leidet unter der Corona-Pandemie in besonderem Maße. Viele Künstler und Einrichtungen bangen um ihre Existenz. Nun hat Herbert Grönemeyer eine Idee zur Finanzierung der Branche ins Spiel gebracht.

Millionen Menschen sind von der Corona-Pandemie betroffen und müssen massive Einnahmeverluste hinnehmen. Dazu zählen Freizeiteinrichtungen, die Gastronomie - und in besonderem Maße die Kulturszene. Viele Orchestermusiker, Theaterschauspieler, Tänzer, Opernsänger, Comedians, Kabarettisten sowie große Teile der Rock-, Pop- und Schlagerszene blieben 2020 ohne nennenswerte Einkünfte. Genau wie Konzertveranstalter, Clubs, Theater- und Konzerthäuser. 

Wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, dann könnte dem "Land der Dichter und Denker" bald ein kultureller Kahlschlag blühen. Ein Problem, das auch den Schauspieler und Sänger Herbert Grönemeyer umtreibt. Er sorgt sich um die gesellschaftlichen Folgen eines solchen Kahlschlags. "Ein Land ohne die so unmittelbare Livekultur gibt und öffnet den Raum für Verblödung, krude und verrohende Theorien und läuft Gefahr, nach und nach zu entseelen", schreibt der 64-Jährige in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Die Zeit".

Herbert Grönemeyer verweist auf die Bedeutung der Kulturszene

Gleichzeitig verweist Grönemeyer auf die wirtschaftliche Bedeutung dieser Branche: "Der Veranstaltungsbereich ist der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands mit 130 Milliarden Euro Umsatz", rund eine Million Beschäftigte arbeiteten hier. Die Kultur sei "die rauschende Seele, der öffentliche Herzschlag eines Landes", formuliert es der Musiker pathetisch, "und alle in ihr Beschäftigten und Auftretenden sind seine Schlagadern".

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Damit dieses Herz auch weiterhin schlagen kann, fordert Grönemeyer, dass "das Land seine Unterhalter kurz einmal unterhalten" solle. Wie genau das geschehen soll, dazu liefert der Sänger einen konkreten Vorschlag: Er fordert eine "Solidaritätssonderzahlung der Vermögendsten". Damit meiner er die rund 1,8 Millionen Millionäre, die in diesem Land leben. Sollten die sich "zu einer zweimaligen Sonderzahlung von zum Beispiel 50.000 bis 150.000 Euro, jeweils in diesem wie auch im nächsten Jahr" bereit erklären, kämen pro Jahr 200 Milliarden Euro zusammen. Damit könnte man Existenzen sichern, Pleiten auffangen und Ängste mildern. Geld dafür sei hierzulande im Übermaß vorhanden.

Ob diesem Aufruf viele Reiche folgen werden? Grönemeyer schürt Optimismus: "Das wäre ein stilles Glück, welches vielleicht in langer Sicht sich aus dieser Zäsur entfalten und die Welt zu einem ein Stückchen besseren Platz machen könnte. Warum eigentlich nicht."

Verwendete Quelle: "Die Zeit"

che

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