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"Neo Magazin Royale": Jan Böhmermann knöpft sich Red Bull vor

Es war eine Mischung aus Rant und Satire: Im "Neo Magazin Royale" nahm sich Jan Böhmermann den Brausehersteller Red Bull zur Brust - und wartete mit einem ungewöhnlichen Vorschlag auf.

Jan Böhmermann pestet gegen Red Bull

Jan Böhmermann hat sich im "Neo Magazin Royale" mit den Machenschaften des österreichischen Brauseherstellers Red Bull beschäftigt.

In seinem "Neo Magazin Royale" hat sich schon viele Personen und Unternehmen zur Brust genommen: Von Adidas bis "bento.de", von Tote-Hosen-Sänger Campino bis zur gesamten Deutsch-Pop-Szene bekam fast jeder in der Satiresendung schon mal sein Fett weg. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis sich Böhmermann die Umtriebe des österreichischen Getränkekonzerns Red Bull genauer unter die Lupe nimmt. 

Stoff gibt es genug. Denn Firmengründer Dietrich Mateschitz ist nicht gerade für seine politisch liberale Haltung bekannt und hat keine Berührungsängste mit Rechtspopulismus. Über greift er in zahlreiche gesellschaftliche Bereiche ein: Er fördert Künstler und Musikfestivals, Extremsportler und Events, betreibt einen eigenen TV-Sender und hat sogar eine eigene Stiftung gegründet, Quo Vadis Veritas. Die stellt schon mal Fragen wie: "Asyl. Ein Konzept von gestern?" Fragen, die der Moderator des "Neo Magazin Royale" gefährlich findet. Von dort aus ist es für Böhmermann nicht mehr weit bis zu der Aussage: "Menschenrechte - wofür braucht man das überhaupt noch? Wir haben doch Red Bull".

Jan Böhmermann arbeitet sich an Felix Baumgartner ab

Der Satiriker unterstellt durchaus eine ideologisch fragwürdige Gesinnung. So machte der zu Red Bull gehörende Fernsehsender Servus TV den Rechtspopulisten Martin Sellner von der Identitären Bewegung Österreichs salonfähig, indem er ihn als Gast in die Sendung "Talk im Hangar 7" lud. Der zum Konzern gehörende Extremsportler Felix Baumgartner, selbst wiederholt mit rechtslastigen Postings aufgefallen, feierte die Sendung seinerzeit "als Beweis dafür, dass ein neues Zeitalter angebrochen ist". 

Das war alles nicht neu, was Böhmermann in seinem Rant vortrug, ergab aber doch ein stimmiges Gesamtbild. Der Grimme-Preisträger beließ es leider nicht bei seiner Abrechnung. Er wechselte etwas abrupt ins Satirische über - und wollte Red Bull mit einem "Actionevent, das Tag und Nacht, mitten in Europa stattfindet", vorführen. Den Konzern, dessen Gründer nicht als Freund offener Grenzen hervorgetreten ist, stellte er als Ausrichter des "Red Bull Refugee Challenge" vor. "Für Menschen, die alle Grenzen überschreiten."

Die lebensgefährliche Flucht von Afrika nach Europa als großes Abenteuer für Extremsportler zu inszenieren - das ist natürlich eine zynische Idee, auf die man erst einmal kommen muss. Nur: So richtig will das gar nicht zu Red-Bull-Gründer Mateschitz passen. Denn der möchte doch gerade nicht mehr Menschen ins Land holen.

Ganz nach dem Motto "Was nicht passt wird passend gemacht" hat Böhmermann da zwei Beiträge zusammengebracht, die nicht wirklich zusammengehören. In diesem Fall ist das Produkt jedoch kleiner als die Summe der einzelnen Teile. Das konnte Jan Böhmermann schon mal besser.

Rekordsprungvideo: Der Stratosphärensprung aus Baumgartners Sicht