HOME

Kendrick Lamars "To Pimp A Butterfly": Rap-Hype der Stunde - oder Jahrhundertwerk?

Gerade ist "To Pimp A Butterfly" von Kendrick Lamar erschienen. Selten war sich das Feuilleton so einig, dass es sich um ein Meisterwerk handelt. Aber kann man sich da jetzt schon sicher sein?

Von Tim Sohr

Kendrick Lamar, die umjubelte Hoffnung des HipHop

Kendrick Lamar, die umjubelte Hoffnung des HipHop

Diese Scheibe ist ein Hit - wann kriegt ihr das endlich mit?", sang Karl Dall schon 1975 als Parodie auf das schnelllebige Musikbusiness. 40 Jahre später ist es noch viel schneller geworden, und den eindrucksvollsten Beweis seit langem liefert der Hype um Kendrick Lamars neues Album "To Pimp A Butterfly". Denn: Dass diese Scheibe ein Hit ist, konnte inzwischen wirklich jeder mitkriegen.

Lamar wurde vor drei Jahren mit "Good Kid, M.a.a.d City" einer größeren Hörerschaft bekannt und galt fortan nicht zu Unrecht als Hoffnungsträger des stagnierenden Mainstream-Rap, denn der damals 25-Jährige aus Compton war lyrisch versierter und reflektierter als alle anderen Newcomer. Ein paar Beats von Dr. Dre taten ihr Übriges, schon war "Good Kid" das beste Debütalbum seit Kanye Wests "The College Dropout" im Jahr 2004.

Sehnsüchtig erwartet, zum Klassiker erklärt

Der Nachfolger wurde von der HipHop-Gemeinde ebenso sehnsüchtig erwartet wie vom internationalen Feuilleton. Mit einem medialen Aufruhr dieses Ausmaßes war dennoch nicht zu rechnen. Seit das Album vor einer Woche als Download verfügbar ist, schreiben Kritiker die Platte um die Wette in den Olymp, von Meilenstein und Klassiker ist überall die Rede. Zum Beispiel die "Los Angeles Times": "Jeder, der die Beschwerden, die Frustration, die Inspiration und die kreative Kraft von Jugendkultur verstehen möchte, sollte jedes Wort von 'To Pimp A Butterfly' aufsaugen."

Noch bemerkenswerter als die Begeisterung der US-Presse sind die Reaktionen in Deutschland, wo HipHop in den Medien traditionell eher nachlässig verhandelt wird. Aber ähnlich der kollektiven Begeisterung über das "Russisch Roulette"-Album des Offenbacher Rappers Haftbefehl vor wenigen Monaten liefern sich die Kritiker einen Wettbewerb, wer die größten Superlative für "To Pimp A Butterfly" (er-)findet. "Die Zeit" vergleicht ihn mit Marvin Gaye, James Brown und Nina Simone. "Ein Meisterwerk", verkündet die "Berliner Zeitung". "Dieses Album ist eine Bombe", jubelt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung".

Das Cover von "To Pimp A Butterfly" - ein Motiv des Fotografen Denis Rouvre, Preisträger des World Press Photo Award

Das Cover von "To Pimp A Butterfly" - ein Motiv des Fotografen Denis Rouvre, Preisträger des World Press Photo Award

Zweifellos geht von Lamars Protestsongs in Zeiten der Polizeigewalt gegen Schwarze in Ferguson eine wuchtige Wirkung aus. Bloß können die Rezensenten dem Album naturgemäß nicht mehr als ein, zwei, drei Durchläufe gewährt haben, bevor sie ihr himmelhochjauchzendes Urteil fällten. Was speziell bei einem so dichten, intelligenten, teilweise schwer zugänglichen und nicht leicht zu analysierenden Werk wie dem von Lamar kaum möglich ist. Trotzdem: Ruckzuck müssen die Lobhudeleien raus, muss das Bescheidwissen vermittelt werden. In Zeiten der allzu rasanten Meinungsbildung ein verständlicher Reflex im (Online-)Journalismus - aber auch sein Fluch. Und ein Problem unserer Zeit.

Zu gut, um es sofort zu erfassen

Ihrer Glaubwürdigkeit tun die Kritiker damit keinen Gefallen. Zwar geht es bei einer Plattenkritik natürlich nicht darum, nach monatelangem Abwägen eine wissenschaftliche Analyse zu verfassen. Aber wer einen halben Tag nach Veröffentlichung schon von einem Jahrhundertwerk spricht, macht sich angreifbar. Sowas dürfen nur Fans.

Wir hören "To Pimp A Butterfly" jetzt seit einer Woche. Es wird tatsächlich immer noch mit jedem Hören aufregender, spannender. Es fasziniert wie nur wenige Alben in letzter Zeit. Nur warum das so ist, können wir wirklich erst in einiger Zeit sagen. Es ist einfach zu gut, um jetzt schon zu erfassen, was es so gut macht. Aber dass diese Scheibe ein Hit ist - ja, klar, das haben wir schon mitgekriegt.

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(