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Komische Oper Berlin: Die "erste Opern-Single-Party der Welt"

Eine neue Möglichkeit, junge Zuschauer anzulocken, proobiert die Komische Oper in Berlin aus: Sie lädt zur "ersten Opern-Single-Party der Welt".

Mit der angeblich ersten «Opern-Single-Party der Welt» will die Komische Oper in Berlin künftig mehr junge Besucher anlocken. Zugleich wolle man «das Erotik-Potenzial» rund um die neue Operetten-Premiere der «Csàrdàsfürstin» von Emmerich Kàlmàn zum Saisonauftakt erhöhen, teilte das Haus mit. Das Theater solle von der «steifen Etikette» befreien werden. Bei positiver Resonanz sollen solche Single-Abende regelmäßig veranstaltet werden.

"Auf der Suche nach der verlorenen Sinnlichkeit"

Am 12. September können Singles erstmals anlässlich einer Aufführung der «Csàrdàsfürstin» unter dem Motto «Auf der Suche nach der verlorenen Sinnlichkeit... der Oper(ette)» Kontakte knüpfen. Die Zuschauer bekommen an diesem Abend am Eingang eine Nummer ans Revers geklebt, mit der sie für jedermann identifizierbar sind. Jeder Zuschauer kann dann während der Pause dem Menschen, den er besonders interessant findet, via Tafel im Foyer eine Nachricht zukommen lassen. Ob der oder die Angeschriebene auf die Nachricht reagiert, bleibe jedem selbst überlassen.

Als die Prostituierten noch Rabatt bekamen...

Die Oper verweist bei der Aktion auf die Geschichte und Tradition des Hauses: Als die Komische Oper noch das berühmte Metropol-Theater war - bis 1945 Berlins erste Adresse in Sachen Operette - wurde in den Rängen und Logen «heftigst und teilweise sehr professionell geflirtet», erinnerte die Komische Oper. «Ein Besuch im Metropol war über den Kunstgenuss hinaus eine stadtbekannte Kennlern-Veranstaltung für Besucher von nah und fern. Das ging so weit, dass Prostituierte an der Abendkasse Rabatt bekamen, wenn sie erst nach dem ersten Akt und nur für die Pause ins Theater wollten.»

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