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Leonard Cohen in Deutschland: "I did not come to you to Berlin to fool you"

Lebt der noch? Diese Frage ist keine Seltenheit, wenn es um den kanadischen Songpoeten Leonard Cohen geht. Er ist nun fast 76 - und tourt gerade quicklebendig durch Deutschland.

Leonard Cohens schlohweißes Haar ist ein wenig schütter geworden, die markanten Furchen um seinen Mund noch tiefer. Doch sonst ist er ganz der Alte. Im eleganten schwarzen Anzug samt Hut verzaubert der kanadische Songpoet erneut sein deutsches Publikum. Zum Tourauftakt in Berlin beweist er, dass ein Sänger auch mit 75 Jahren in Würde auf einer großen Bühne stehen kann und will. "I did not come to you to Berlin to fool you", wird er später versichern, in verschmitzter Abwandlung seines großen Erfolgs "Halleluja": Ich bin nicht nach Berlin gekommen, um euch zu veralbern.

Leonard Cohen ist kein Mann der großen Worte. Er kommt auf die Bühne und beginnt schnörkellos und leise mit dem ersten Lied. Fast schüchtern wirkt das für einen Künstler, der von den Konzertbesuchern zwischen 20 und 70 Jahren glühend verehrt wird. Doch vielleicht ist das typisch für einen Mann, der von sich selbst sagt, dass er ein bisschen furchtsam sei.

Es dauert drei Titel, dann kann jeder ahnen, warum Cohen hier steht. Das ist niemand mehr, der aus dem Zen-Kloster in die Welt zurückkehrte, weil die Managerin mit den Altersrücklagen durchgebrannt war. Aus diesem Cohen spricht die pure Freude an seiner Musik und - völlig zu Recht - an seiner großartigen Band, deren Musiker mit zwölfseitiger Klassik-Gitarre, Bass und Saxophon locker eine eigene Show hinlegen könnten. Es ist Cohens Stärke, dass er ihnen noch mehr als früher die Bühne lässt, genauso wie den drei Background-Sängerinnen. Den die können nicht nur Radschlagen, sondern auch Soli und Duette singen.

Doch wer ihn 2008 und 2009 auf deutschen Bühnen erlebte, sieht auch: Leonard Cohen ist älter geworden. Seine Bewegungen wirken langsamer, die Zwiesprache mit dem Publikum scheint weniger spontan. Zeilen wie "I don't know when I'll be back" aus dem ironischen "Tower of Song" bekommen eine neue Bedeutung. Noch eine Tournee wird es vielleicht nicht geben.

Doch bis dahin bleibt Cohen ein Bühnen-Phänomen. Nicht nur, dass seine Stimme im Alter viel besser klingt als beim Start seiner Songpoeten-Karriere vor mehr als 40 Jahren. Sie ist so tief und warm, dass sie den Blues hat. Auch in seine alten Lieder scheint Cohen im Alter erst richtig hineinzuwachsen. Seine poetischen Texte, die so oft erfolgreicher gecovert wurden, interpretiert er nun lieber selbst neu.

Sein berühmter "Bird on the wire" bekommt in Berlin ein E- Gitarren-Solo verpasst, das sich gewaschen hat und alte Aufnahmen verblassen lässt. Auch "The Partisan" klingt wie frisch poliert. Und wenn es in "Chelsea Hotel" wirklich um Cohens Affäre mit Janis Joplin gehen sollte, singt der Altmeister ihr 40 Jahre nach ihrem Fixer-Tod eine Hymne.

Das Konzert wirkt heiterer als frühere Auftritte. Zwar hat sich Cohen das demütige Niederknien und dankbare Hutziehen auf der Bühne noch immer nicht abgewöhnt, doch die schwere Melancholie ist gewichen. In Berlin knutschen Paare allen Alters zur Musik, so mancher Joint wird durchgezogen und eine Wohlfühl-Atmosphäre macht sich breit. Ein scharfer Kontrast zu den Zeiten, als die Cohen-Songs so düster und deprimierend wirkten, dass sie von manchen Zynikern als passende Begleitung zum Suizid bezeichnet wurden.

Die Scheinwerfer in der Berliner Waldbühne leuchten schließlich einen hageren, gebeugten Mann an, dessen runzelige Hände sanft das Mikrofon umschließen. "Danke fürs Bleiben", sagt Leonard Cohen nach der Pause. Es ist pures Understatement. Ein Cohen-Fan geht erst, wenn der Meister lächelnd die dritte Zugabe gegeben hat. Und der Meister weiß das.

Ulrike von Leszczynski, DPA / DPA
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