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Madonna startet Welttournee in Tel Aviv: Friedensbotschafterin in Lack und Leder

Madonnas aktuelles Album erhielt eher verhaltene Kritiken. Der Auftakt der dazugehörigen Welttournee wurde jedoch frenetisch gefeiert. Währenddessen schlug die "Queen of Pop" äußerst politische Töne an.

Ganz im Sinne ihrer Single „Give Me All Your Luvin“ gab das Publikum in Tel Aviv Madonna alles: Der Auftakt ihrer „MDNA“-Welttournee in Israel war ein Erfolg. Etwa 30.000 Konzertbesucher feierten die "Queen of Pop", die phasenweise sehr politische Töne anschlug. "Man kann mich nicht bewundern und den Frieden nicht wollen", sagte sie im Ramat Gan-Fußballstadion. Sie habe das Heilige Land als Startpunkt ihrer Tournee gewählt, um die Notwendigkeit von Frieden zu betonen, berichteten israelische Medien. "Wenn es Frieden in Israel gibt, dann wird es auf der ganzen Welt Frieden geben", habe Madonna gesagt.

Den begeisterten Zuschauern bot sie ein buntes Spektakel mit Videoeinlagen, zu denen sie neue Stücke wie "Girl Gone Wild" oder "Turn Up the Radio" sang. Aber auch Klassiker wie "Papa Don't Preach" von 1986 mit Komparsen in Nonnen-Kostümen. "Egal, ob du Moslem, Christ, Atheist, Homo, Hetero, Schwarzer oder Asiate bist, wir sind alle ein Volk. Unser Blut hat dieselbe Farbe und wir alle wollen lieben und geliebt werden", wurde sie von der Zeitung "Times of Israel" zitiert.

Allerdings sorgte die 53-jährige Amerikanerin auch für Kontroversen. In einem Mash-Up sang sie die Strophen von Lady Gagas „Born This Way“ zur Musik ihres eigenen Liedes „Express Yourself“. Die Performance endete mit ihrem eher unbekannten Titel „She’s Not Me“ (Sie ist nicht ich). Lady Gaga wurde nach der Veröffentlichung von „Born This Way“ immer wieder vorgeworfen, das Lied sei ein Abklatsch von Madonnas Hit aus dem Jahr 1989. Zu einem anderen Zeitpunkt trat ihr elfjähriger Sohn Rocco als Tänzer auf.

Auf Tour bis November

Madonna ist schon seit vergangenem Freitag in Israel. Sie ist zwar nicht jüdisch, hat aber 2004 den Namen "Esther" angenommen und sich seit Jahren intensiv mit der jüdisch-mystischen Lehre der Kabbala beschäftigt. Seither wird sie in Israel als "Queen Esther" verehrt. Während ihres Aufenthalts in Israel besuchte sie die Klagemauer in Jerusalem.

Zu einer ursprünglich geplanten Fahrt zu den Gräbern wichtiger Kabbala-Rabbis in der Stadt Safed im Norden Israels sei es dann aber doch nicht gekommen, weil gläubige Juden dies als "respektlos" empfunden hätten, schrieb die Zeitung "Times of Israel".

Insgesamt will Madonna bis November mehr als 80 Konzerte in 34 Ländern geben. Der weitere Verlauf der Tour kann auch als politisches Statement gelesen werden: Direkt nach ihrem Aufenthalt in Israel wird die Sängerin am 3. und 4. Juni nach Abu Dhabi in die Vereinigten Arabischen Emirate fliegen. Direktflüge zwischen Israel und arabischen Ländern sind aber äußerst selten: Menschen, die einen israelischen Pass oder nur einen israelischen Stempel im Pass besitzen, wird die Einreise in der Regel erheblich erschwert. Superstars wie Madonna haben damit kein Problem.

ono/DPA/Bang / DPA