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Nach Skandal-Doku: Britischer Sender verbannt Michael Jacksons Songs aus dem Radio

Die neuesten Enthüllungen über Michael Jackson haben Konsequenzen: Der Radiosender BBC 2 hat entschieden, künftig keine Songs des verstorbenen "King of Pop" spielen zu wollen.

Michael Jackson

Michael Jackson war der "King of Pop"

AFP

Zwei Mal sah sich Michael Jackson juristisch schweren Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen ausgesetzt. Doch zur Verurteilung kam es nie. Beim ersten Mal, 1993, kam es nicht einmal zum Prozess - dafür erhielt die Familie des Hauptbelastungszeugen eine Zahlung von 22 Millionen Dollar. 2005 wurde Jackson von einer Jury freigesprochen. Doch was der US-Justiz nicht gelang, könnte jetzt eine TV-Doku schaffen: Die nachträgliche Schuldigsprechung des einstigen "King of Pop".

Die erste Folge des Zweiteilers "Leaving Neverland" wurde am Sonntag auf dem US-Bezahlkanal HBO ausgestrahlt, und stieß auf ein gewaltiges Echo (Teil 2 heute Abend). Zwar liefert der Film keine neuen Beweise zu den alten Vorwürfen. Aber dass die vielen unappetitlichen Vorkommnisse und Geschichten zur besten Sendezeit noch einmal vor dem amerikanischen Fernsehpublikum ausgebreitet werden, hat ein gewaltiges Echo ausgelöst - das nun droht, den Nachlass Michael Jacksons in Mitleidenschaft zu ziehen.

Michael Jackson ist bei der BBC nicht mehr willkommen

So hat der britische Radiosender BBC-Radio 2 die Entscheidung getroffen, künftig keine Songs des 2009 im Alter von 50 Jahren verstorbenen Musikers zu spielen. "Wir betrachten jedes Musikstück nach seinen Verdiensten. Und Entscheidungen darüber, was wir spielen, werden immer unter Berücksichtigung des relevanten Publikums und des Kontextes getroffen", sagte ein Sendersprecher der "Sunday Times" zur Begründung dieses Schrittes. Für die BBC wiegen die mutmaßlichen Verfehlungen des einst größten Popstars de Welt so schwer, dass es nicht mehr gerechtfertigt ist, Hits wie "Bad", "Billie Jean" oder "Beat it" zu spielen.

BBC 2 ist vermutlich nur der Anfang. Wenn andere Radiosender nachziehen, könnte es für die Erben des "King of Pop" richtig teuer werden. Kein Wunder, dass die Nachlassverwalter Michael Jacksons versucht haben, die Ausstrahlung der Doku zu verhindern. Den Sender HBO haben sie auf 100 Millionen Dollar Schadensersatz verklagt. Gut möglich, dass der Fall Jackson demnächst erneut vor Gericht verhandelt wird. 

"Leaving Neverland": Das ist der Trailer zur Doku über die Missbrauchsvorwürfe gegen Michael Jackson
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