Musikmesse Popkomm 2001 ertönte in Dur und Moll


Die Popkomm findet seit 1989 in Köln statt und vewandelt die Stadt am Rhein regelmäßig zum Musikmittelpunkt der Welt. So war es im letzten Jahr.

Vom 17. - 19. August mutierten 2,5 Kilometer öffentliches Straßenland der Kölner Innenstadt zwischen Neumarkt, Rudolfplatz, Friesenplatz und Mediapark zum 13. Mal zur größten Konzertmeile der Welt und Köln somit zur Weltmusikhauptstadt.

Erstmals 1989 fand das musikalische Event noch als reine A&R-Messe, bei welcher Headhunter von Plattenfirmen nach neuen Talenten suchten, statt.

Seit dieser Zeit hat sich in der Pop-Szene einiges verändert. Nicht nur, dass bei dem Kölner Event fast 500 Musiker und Bands, wie beispielsweise Ex-Spice Girl Geri Halliwell, HipHop-Queen Missy Elliott, Faithless, HIM, Roxette oder die No Angels auftraten und Dance-Veranstaltungen mit bekannten Szene-DJs aufgezogen wurden. Die Zeiten eines kontinuierlichen Wachstums der Branche und Veranstaltungen dieser Art sind vorbei, auch wenn die "Popkomm" weltweit nach wie vor die Messe unter den Musik-Messen und für Kenner und Liebhaber des Faches ein Muss ist.

Die euphorische Partylaune um »Ringfest«, zahllose Club-Partys und dem »Bizarre-Festival« für den rockigeren Geschmack, wurde von den Molltönen aus der Musikindustrie überschattet. Umsatzrückgänge dämpfen in der gesamten Musikbranche die Stimmung.

Musikindustrie auf dem Weg ins digitale Zeitalter

Der Verkauf von Tonträgern, wie der CD, müsse künftig auf digitale Produkte umgestellt werden, die sich der Kunde im Internet oder als Download bei seinem Händler besorgen könne, sagte der Präsident des Branchenriesen BMG-Europe, Thomas Stein, zur Eröffnung der Musikmesse.

Der Umsatzrückgang sei zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, dass das Kopieren von Musik problemlos möglich sei und deswegen das verfügbare Geld für andere Produkte ausgegeben werde. Der Gesetzgeber in Deutschland und in Europa sei deshalb gefordert, das Urheberrecht der technischen Entwicklung anzupassen. Die Plattenfirmen ihrerseits müssten sich zu Multimediaunternehmen und Rechteverwaltern weiter entwickeln. Die Zeit des World Wide Web als Gratiskultur sei, wie die jüngsten Entwicklungen zeigten, ohnehin vorüber.

Weniger Aussteller wegen verflogener Internet-Euphorie

Der Geschäftsführer der veranstaltenden Firma Musik Komm, Uli Großmaas, meinte dazu, dass die verflogene Internet-Euphorie und der Zusammenbruch zahlreicher »Dot.com«-Unternehmen zu einem Rückgang der Aussteller auf der »PopKomm« geführt hat. Zugleich haben sich aber mehr Fachbesucher angemeldet. Nach der Ernüchterung in der Branche über die Möglichkeiten des Online-Marktes werden nun Allianzen und Konzepte für die digitale Zukunft entwickelt. Die Popkomm soll als Forum dienen, »sich über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinaus auszutauschen«. Und genau dies stimmt Großmaas für die Zukunft der Musik-Messe zuversichtlich.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker