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Kritik an Moderation Rassismusvorwürfe gegen Bayern3-Moderator: Er verglich koreanische Popband mit dem Coronavirus

Die südkoreanische Popband BTS
Die südkoreanische Popband BTS
© Courtesy Everett Collection / Picture Alliance
Ein Radiomoderator aus Bayern vergriff sich in einer Livesendung massiv im Ton, äußerte sich rassistisch und abfällig – und kassierte dafür einen heftigen Shitstorm. Vorwürfe kommen inzwischen aus der ganzen Welt.

Als Radiomoderator sitzt man zwar allein vor seinem Mikrofon und bekommt womöglich irgendwann das Gefühl, dass man sagen kann, was man möchte – widersprechen kann einem ja niemand. Dennoch sollte man natürlich wissen, dass da draußen Menschen zuhören. Die können einem zwar nicht direkt ins Wort fallen, aber dank sozialer Medien sehr wohl schnell und lautstark mitteilen, dass das, was man da äußerte, nicht korrekt war.

Diese Erfahrung machte nun Moderator Matthias Matuschik von Bayern3. Er hatte sich am Donnerstagabend in einer Livesendung im Ton vergriffen, als er den Song "Fix You" von Coldplay anmoderierte. Bevor das Lied zu hören war, fiel Matuschik noch ein, dass die beliebte südkoreanische Boyband BTS – seit gut zehn Jahren extrem erfolgreich und längst eine ernstzunehmende Größe der internationalen Popszene – den Titel jüngst coverte und zudem ein "MTV Unplugged"-Special absolvieren durfte.

Popband wird mit dem Coronavirus verglichen

"Gotteslästerung", sagte der Moderator über die Tatsache, dass die Jungs aus Korea sein Lieblingslied covern durften. Matuschik nennt BTS "diese kleinen Pisser" und "irgendein Scheißvirus, wogegen es hoffentlich bald ebenfalls eine Impfung gibt". Für die Dreistigkeit, sich an einem Coldplay-Cover zu vergreifen, solle die Band "in Nordkorea Urlaub machen, für die nächsten 20 Jahre".

Das stieß nicht nur den unzähligen BTS-Fans in Bayern und dem Rest Deutschlands sauer auf, sondern auch sehr vielen anderen Menschen, denen die Band und ihre Musik gar nichts sagen: Eine Gruppe asiatischer Menschen wurde mit dem Coronavirus in Verbindung gebracht, nachdem seit Beginn der Pandemie immer wieder Menschen mit asiatischem Aussehen rassistisch beleidigt oder gar angegriffen wurden. Grund dafür ist der vermutete Ursprung des Virus in China.

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Stellungnahme des Senders

Unter anderem auf Twitter entbrannte ein Shitstorm gegen Bayern3. Die empörten Tweets beschränken sich dabei inzwischen längst nicht mehr auf Deutschland – Vorwürfe gegen den Sender und den Moderator kommen aus der ganzen Welt, so dass sich Bayern3 zu einer Erklärung genötigt sah. 

In der Entschuldigung von Bayern3 heißt es: "In der Sendung 'Matuschke – der etwas andere Abend' hat Moderator Matthias Matuschik seine persönliche Meinung zu der sehr erfolgreichen südkoreanischen Band BTS und deren Cover des Coldplay-Songs 'Fix You' im Rahmen ihres Unplugged-Konzerts geäußert und viele von euch haben sich darüber beschwert." Es sei Matthias Matuschiks Markenzeichen, sich stets "klar, offen und ungeschminkt zu äußern". "In diesem Fall ist er aus dem Versuch heraus, seine Meinung ironisch-überspitzt und mit übertrieben gespielter Aufregung darzustellen, in seiner Wortwahl übers Ziel hinausgeschossen und hat damit die Gefühle der BTS Fans verletzt. Das hatte er aber – das hat er uns versichert – in keiner Weise beabsichtigt."

Nachdem der Moderator und seine Äußerungen erklärt wurden, fügt der Sender hinzu: "Dafür entschuldigen wir uns in aller Form. Wir werden das Thema mit Matthias und dem Team in den nächsten Tagen nochmal ausführlich aufarbeiten." Ob das den vielen empörten und verletzten Menschen weltweit reicht, bleibt abzuwarten.

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wt

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