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Eurovision Song Contest: Schlauer Schachzug - so soll die Russin am ESC teilnehmen können

Sie erhielt von den ukrainischen Behörden Einreiseverbot: Die russische Sängerin Julia Samoilowa darf nicht zum ESC nach Kiew reisen. Mit einem Trick soll sie aber doch an dem Wettbewerb teilnehmen können.

Julia Samoilowa will für Russland beim ESC singen

Julia Samoilowa will für Russland beim ESC antreten.

Das gab es beim Eurovision Song Contest noch nie: Die russische ESC-Teilnehmerin Julia Samoilowa erhielt von den ukrainischen Behörden ein Einreiseverbot. Damit schien eine Teilnahme der im Rollstuhl sitzenden Sängerin am Eurovision Song Contest in Kiew de facto unmöglich. Mit einem Trick könnte sie nun doch noch an dem Wettbewerb teilnehmen können.

Die European Broadcasting Union (EBU) als Veranstalter des ESC bietet Russland eine Sonderlösung an. In einer Mitteilung vom Donnerstag heißt es, dass Samoilowa per Satellit aus Russland zugeschaltet werden könne. Normalerweise müssen die Teilnehmer des ESC laut Reglement live am Veranstaltungsort auf der Bühne stehen. Für Samoilowa würde somit ein Ausnahmetatbestand geschaffen werden.

Einmalig in der Geschichte des ESC

"So etwas wurde nie zuvor getan in der 60-jährigen Geschichte (des ESC)", teilte die EBU mit. Doch im Sinne des diesjährigen Mottos "Celebrate Diversity" solle diese Entscheidung allen 43 Sängern die Teilnahme ermöglichen.

Die Ukraine hatte der Russin Samoilowa wegen eines Auftritts auf der Schwarzmeer-Halbinsel Krim die Einreise verboten. Eine diplomatische Lösung schien schwierig. Mit der jetzt angebotenen diplomatischen Lösung könnten beide Seiten - die Ukraine und Russland - ihr Gesicht waren und Samoilowa trotzdem dabei sein.

Russland hat die Offerte noch nicht angenommen

Die EBU betonte, dass die Bemühungen, einen Auftritt in der Arena von Kiew zu ermöglichen, weiter gingen. "Wir möchten, dass alle Künstler in Kiew auftreten können, das ist natürlich nach wie vor unsere bevorzugte Option. Es ist sehr wichtig, dass der ESC frei von Politik bleibt", sagte ESC-Supervisor Jon Ola Sand.

Ob Russland das Angebot der EBU annimmt, ist derzeit noch nicht bekannt. Auch die genaueren Bedingungen und Umstände, unter denen eine Teilnahme Samoilowas aus einem externen Studio in Russland stattzufinden hätte, sind bislang unklar.

mai