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Eklat: Ukraine verbannt russische Sängerin vom ESC - und was nun?

Dieser Ausschluss dürfte für politischen Sprengstoff sorgen: Die Ukraine will die russische Sängerin Julia Samoilowa nicht zum ESC einreisen lassen. Der Vorgang ist einmalig in der Geschichte des Wettbewerbs.

Julia Samoilowa will für Russland beim ESC singen

Julia Samoilowa will für Russland beim ESC antreten.

Einreiseverbot. Dieses Wort sorgt für politischen Sprengstoff beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Kiew. Der ukrainische Geheimdienst SBU will die russische Kandidatin Julia Samoilowa im Mai nicht einreisen lassen. Das teilte Behördensprecherin Olena Gitlijanska in Kiew mit. Demnach habe Samoilowa ein dreijähriges Einreiseverbot erhalten.

Der Vorgang ist in der Geschichte des Wettbewerbs einmalig. Noch nie wurde einem Teilnehmer die Einreise in ein Austragungsland verweigert. Als Grund führt der ukrainische Geheimdienst ein Auftritt Samoilowas auf der Krim an. Seit der Annexion der Halbinsel durch Russland ist es nach ukrainischem Dekret verboten, auf die Krim über Russland einzureisen. 

Russland nennt Einreiseverbot "ungeheuerlich"

Die Entscheidung Russlands, eine Sängerin auszuwählen, die zuvor auf der Krim aufgetreten war, brachte die Ukraine in die Bredouille. Hätte die Regierung in Kiew die Einreise Samoilowas akzeptiert, hätte sie damit indirekt die Annexion anerkannt.

Russland kritisierte das Einreiseverbot für seine Kandidatin als "ungeheuerlich". Es handele sich um einen "weiteren ungeheuerlichen, zynischen und unmenschlichen Akt", zitierte die Nachrichtenagentur Interfax Vize-Außenminister Grigori Karasin.

EBU kommentiert Vorgang bislang nicht

Die Europäische Rundfunkunion (EBU) als Veranstalter des Wettbewerbs hat sich bislang nicht zu dem Vorgang geäußert. Es ist wahrscheinlich, dass die EBU hinter den Kulissen nach einer diplomatischen Lösung sucht.

Möglich wäre, dass Russland eine andere Kandidatin oder Kandidaten nachnominiert. Dies hat die russische Delegation allerdings bereits abgelehnt. Als weitere Variante bliebe, Druck auf die Ukraine auszuüben und mit einer Verlegung des ESC zu drohen. Allerdings dürfte es schwierig werden, den Wettbewerb kurzfristig in ein anderes Land zu legen. Das Finale soll bereist am 13. Mai stattfinden.

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