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Eurovision Song Contest: Schwede geht auf ESC-Gewinner los: "Deine Rede war eines Siegers unwürdig"

Scharfe Kritik von Schwedens ESC-Teilnehmer am portugiesischen Gewinner Salvador Sobral: Robin Bengtsson wirft dem 27-Jährigen vor, eine unwürdige Siegerrede gehalten zu haben. Auslöser ist der Begriff "Fast Food Musik".

Robin Bengtsson und Salvador Sobral

Der ESC-Fünfte und der ESC-Sieger: Robin Bengtsson und Salvador Sobral vertreten unterschiedliche Musikstile.

Die Worte nach seinem Sieg klangen wie eine Abrechnung am Eurovision Song Contest und an der Konkurrenz: "Wir leben in einer Welt völlig austauschbarer Musik - Fast-Food-Musik ohne jeden Inhalt", sagte Salvador Sobral nach seinem Sieg am Samstagabend in Kiew. "Musik ist kein Feuerwerk", kritisierte der 27-Jährige. Zwar erwähnte der Portugiese andere Beiträge im Wettbewerb nicht gezielt, aber er brachte klar zum Ausdruck, dass Nummern wie "Yodel it" aus Rumänien für ihn keine ernst zu nehmende Musik seien. 

Einer wehrt sich gegen diese Ansicht: Der schwedische ESC-Teilnehmer Robin Bengtsson. "Herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg, ich mag dein Lied und die Art und Weise, wie du singst, aber die Rede nach dem Gewinn des ESC war eines echten Siegers unwürdig", schrieb der Schwede auf Instagram an Salvador Sobral gerichtet. Bengtsson stört vor allem dessen abwertende Haltung gegenüber populärer Popmusik, die Sobral verächtlich "Fast Food Musik" nennt. Diese könne "so schön sein wie dein Lied", schrieb Bengtsson. "Es gibt genug Platz für alle."

Der Schwede tanzte beim ESC auf Laufbändern

Der Schwede Bengtsson wurde mit dem Titel "I Can't Go On" in Kiew Fünfter. Auf der Bühne zeigte er eine ausgeklügelte Inszenierung, bei der er sich zusammen mit vier Tänzern synchron auf Laufbändern bewegte. Sieger Sobral hingegen verzichtete beim seinem Song "Amar pelos dois" bewusst auf eine Choreographie und wählte ein reduziertes Bühnenbild. Er stand lediglich vom Scheinwerfer angestrahlt auf der Bühne.

Von Fans erhielt Bengtsson für seine Ansprache Zuspruch, aber auch Ablehnung. "Ich mochte beide Songs", kommentiert eine Nutzerin, "und das macht doch den ESC aus - die Vielfalt an Musik." Ein Portugiese hingegen schrieb: "Das ist der erste Sieg für Portugal überhaupt, den lasse ich mir nicht kaputt machen."

Salvador Sobral reagierte auf die Kritik von Robin Bengtsson bislang nicht.

mai