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Festgenommene Rapperin: Fahnder sollen Schwesta Ewa monatelang abgehört haben

Die Rapperin Schwesta Ewa ist festgenommen worden, weil sie junge Frauen auf den Strich geschickt haben soll. Offenbar ging dem Zugriff eine monatelange Überwachung voraus.

Schwesta Ewa blickt auf ein bewegtes Leben zurück

Schwesta Ewa blickt auf ein bewegtes Leben zurück

Fünf junge Frauen soll die Frankfurter Rapperin Schwesta Ewa der "Bild" zufolge zur Prostitution gebracht haben, alle zwischen 17 und 19 Jahre alt - und alle Fans der gebürtigen Polin. Wie die Polizei dem stern gegenüber bestätigte, ist die 32-Jährige festgenommen worden. Der Vorwurf laut "Bild": "Verdacht des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, Verdacht der Zuhälterei, Körperverletzung, Verstoß gegen die Abgabenordnung".

Nun hat das Blatt weitere Details veröffentlicht. Demnach ermitteln Fahnder seit Monaten gegen die Rapperin, sie hörten Telefone ab, erstellten Bewegungsprofile und verwanzten ein Auto. Die Ermittlungsakte sei mehr als 600 Seiten dick.

Die Rapperin, die mit bürgerlichem Namen Ewa Müller heißt, soll die jungen Frauen wirtschaftlich abhängig gemacht haben, indem sie unter anderem Kosten für Kleidung, Mieten, Kosmetika und Benzin übernahm. Dann soll sie Frauen und Mädchen veranlasst haben, anschaffen zu gehen, um das Geld abzuarbeiten. Die "Bild" zitiert einen Ermittler mit den Worten: "Die Geschädigten sollen Freiern bei Hotel-Besuchen zugeführt worden sein. Die Vermittlung geschah über einschlägige Internet-Seiten."

Schwesta Ewa war selbst Prostituierte

Vor ihrer Karriere als Rapperin hatte Müller nach eigenen Angaben selbst angeschafft.  Ihr erfolgreichstes Album trägt den Namen "Kurwa", was im Polnischen Hure heißt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen ihr mehrere Jahre Gefängnis.

Mit ihren 32 Jahren hat Schwesta Ewa schon ein bewegtes Leben hinter sich. In Polen geboren, kam sie mit zwei Jahren mit ihrer Mutter nach Kiel, von deren neuem Mann sie auch den Nachnamen "Müller" hat. Ihre Karriere im Rotlicht begann Ewa als Kellnerin in einer Bar unter einem Bordell. Dort wurde ihr klar, wie viel Geld man in der Branche machen kann. Wenig später begann sie selbst, als Prostituierte zu arbeiten. Erst, als sie kurz vor ihrem 30. Geburtstag ihren ersten Song aufnahm und der ein Erfolg wurde, hörte sie damit auf.

Auch dem stern gab sie vor zwei Jahren ein Interview. Auf die Frage, ob Prostitution verboten werden solle, antwortete sie darin mit einem entschiedenen "Nein!" Die Begründung: Weil ein Mann seine Fantasien sonst woanders ausleben und die Vergewaltigungs- und Missbrauchsrate steigen würde. Sie selbst habe eigentlich nach einem Jahr mit dem Anschaffen aufhören wollen. "Aber wenn du dich an das Geld gewöhnt hast, an 20, 30 Mille im Monat, ist das schwierig."

car