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Prozess gegen 32-Jährige Rapperin Schwesta Ewa zu Haftstrafe verurteilt - aber nicht wegen Zuhälterei

Die Rapperin Schwesta Ewa, Ewa Malanda, im Gerichtssaal in Frankfurt
Die Rapperin Schwesta Ewa, bürgerlich Ewa Malanda, wurde zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt
© Arne Dedert/DPA
Die Anklage sieht Rapperin Schwesta Ewa als ausbeutende Zuhälterin, die junge Mädchen zur Prostitution zwang. Die Richter aber folgten dieser Argumentation nicht. Zu einer Haftstrafe verurteilten sie die 32-Jährige trotzdem.

Die Rapperin Schwesta Ewa aus Frankfurt muss für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht der hessischen Stadt verhängte die Strafe am Dienstag unter anderem wegen Steuerhinterziehung, Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und Körperverletzung. Die Vorwürfe der Zuhälterei und des Menschenhandels sahen die Richter dagegen nicht als erwiesen an. Die Staatsanwaltschaft hatte der 32-Jährigen mit polnischen Wurzeln unter anderem vorgeworfen, junge Frauen zur Prostitution gezwungen zu haben.

Das Gericht setzte den Haftbefehl gegen Schwesta Ewa aus, sie kam damit nach knapp acht Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Bleibt der Richterspruch bestehen, müsste die Rapperin noch einmal ins Gefängnis.

Zeuginnen entlasteten Schwesta Ewa

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von vier Jahren und drei Monaten gefordert, unter anderem wegen Menschenhandels und Zuhälterei. Die Verteidigung hatte eine Bewährungsstrafe von eineinhalb bis zwei Jahren verlangt.

Durch die Steuerhinterziehung war ein Schaden von rund 60.000 Euro entstanden, außerdem hatte Schwesta Ewa Ohrfeigen und Tritte ausgeteilt. Die Angeklagte hatte vor Gericht eingeräumt, die jungen Frauen geschlagen zu haben. Sie hatte aber zugleich erklärt, dass die Mädchen freiwillig der Prostitution nachgegangen seien. Diese Version bestätigten die Zeuginnen vor Gericht. In der Urteilsbegründung hieß es, die jungen Frauen hätten sich nicht unter Zwang prostituiert.

Schwesta Ewa wurde 1984 in Polen geboren und wuchs in Kiel auf, 2004 zog sie nach Frankfurt. Sie ist eine der wenigen Frauen in der von Männern dominierten Rapszene.

fin DPA

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