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See You Later Alligator: Bluesmusiker Bobby Charles ist tot

Der Titel seines bekanntesten Hits ist in den allgemeinen Sprachschatz eingegangen: "See You Later Alligator" wurde in der Version von Bill Haley 1956 zum Welthit. Der Komponist des Stückes, Bobby Charles, ist nun nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren gestorben.

Seine großen Hits kennt jeder, der Name ist aber häufig nur Musikfreunden ein Begriff: Der Komponist und Sänger wohl ersten Rock'n'Roll-Hit von Weltrang, "See You Later Alligator", Bobby Charles, ist tot. Er starb bereits am Donnerstag in seinem Haus in Abbeville (US-Staat Louisiana). Charles wurde 71 Jahre alt. Er litt an Diabetes und Krebs. Im Gegensatz zu seinen Hits war er so wenig berühmt, dass ihn viele wegen seines Musikstils für einen schwarzen Musiker hielten.

Der Südstaaten-Musiker hieß mit bürgerlichem Namen Robert Charles Guidry und veröffentlichte auch unter seinem richtigen Namen. Er wurde zunächst von der in Louisiana typischen Cajun-Musik, dann von Rock und Blues geprägt. Als Teenager textete er, nach seinen Angaben frühmorgens in 20 Minuten, das Lied "See You Later Alligator", das er auch selbst vertonte. Die von Bill Haley and the Comets gesungene Version wurde 1956 zu einem Hit in den Pop-Charts und gehört noch heute zum ständigen Oldie-Repertoir der Radio-Stationen rund um den Globus. Vier Jahre später nahm Fats Domino den von Charles geschriebenen Song "Walking To New Orleans" auf, der ebenfalls die Charts dominierte.

Comeback in den Siebzigern scheiterte

In den fünfziger und frühen sechziger Jahren reiste Charles vor allem mit schwarzen Musikern und war in ihrem Umfeld zumeist der einzige Weiße. Selbst seine Verleger - angeblich spielte er sein erstes Stück am Telefon vor - hielten ihn anfangs für einen Schwarzen. Charles spielte mit Chuck Berry und Fats Domino zusammen, bis es ruhig um ihn wurde.

In den siebziger Jahren versuchte Bobby Charles ein Comeback, war als Sänger jedoch kaum erfolgreich. Dafür wurden seine Songs von Stars wie Ray Charles, Joe Cocker und Tom Jones gespielt. Der Sänger und Komponist, der keine Noten lesen konnte, nahm noch mehrere Alben auf, darunter "Wish You Were Here Right Now" (1995), "Secrets of the Heart" (1998) und zuletzt vor nicht einmal zwei Jahren "Homemade Songs" (2008). An seine alten Erfolge konnte er jedoch nicht anknüpfen.

Bei dem Hurrikan "Rita" im Herbst 2005 verlor Charles sein Haus und praktisch sein gesamtes Hab und Gut. Zwei Jahre später würde er in die "Louisiana Music Hall of Fame" aufgenommen.

DPA / DPA
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