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Tournee: The Peter Gabriel Show

Der Ex-Genesis-Sänger zeigt zum Tournee-Auftakt in Hamburg einen spektakulären Auftritt. Die "Growing Up"-Tour ist Gabriels erste Konzertreise seit mehr als zehn Jahren.

Musik kann man nicht nur hören. Man kann sie auch sehen, und mit Songs werden Geschichten erzählt. Das hat der Musiker Peter Gabriel am Samstagabend zum Auftakt seiner Deutschland-Tournee in der ausverkauften Hamburger Color-Line-Arena mit einer aufwendigen und spannenden Bühnenshow bewiesen. Die "Growing Up"-Tour ist Gabriels erste Konzertreise seit mehr als zehn Jahren, und der 53-jährige Brite hat zu seinem Bühnen-Comeback allerhand High- Tech-Utensilien mitgebracht.

Auf zwei hydraulischen und rotierenden Rundbühnen präsentierte Gabriel sowohl Songs aus seinem aktuellen Album "Up" als auch seine größten Hits wie "Digging in the Dirt" und "Sledgehammer". "Ich werde dort anfangen, wo ich bei der letzten Tour aufgehört habe", überrascht Gabriel die knapp 15.000 Zuschauer zu Beginn des Konzerts mit fließenden Deutschkenntnissen. Zum Auftakt singt er den Klassiker "Here comes the Flood" von seinem ersten Soloalbum 1980 auf Deutsch. Es folgt "Darkness", das laute Eröffnungsstück des Albums "Up", und der Rand der Rundbühne beginnt sich zu drehen. Gabriel läuft singend über den rotierenden Bühnenrand, die sechsköpfige Band, zu der auch Tochter Melanie gehört, verteilt sich auf der Bühne.

Mit kurzen Überleitungen zwischen den Songs nimmt der Musiker seine Fans mit auf eine Reise vom Himmel über den Mond bis aufs Wasser. Bei seinem Hit "Sky Blue" schwebt ein weißer Ballon von der Decke, auf diesen werden Wolken projiziert. Spektakulär die Einlage zu "Downside-Up": Eine zweite Bühne schwebt von der Hallendecke, Gabriel und Sängerin Melanie laufen über eine Schiene mit einem Seil befestigt kopfüber an der Unterseite der Bühne und singen dabei.

Auf der Rundbühne befindet Gabriel sich inmitten seiner Fans. Als die Klänge des Songs "The Barry Williams Show" erklingen, schnappt der Sänger sich ein Kamerastativ und filmt das Publikum, die Bilder werden auf den Leinwänden in der Arena gezeigt.

Auch kritische Stimmen bei den Fans

Der Ex-Genesis-Sänger zeigt, dass die Ausdruckskraft seiner Stimme auch nach rund 35 Jahren im Musikgeschäft immens ist. Die Meinung seiner Fans zum Konzert ist jedoch geteilt. Regina Bosse hätte lieber mehr Klassiker gehört: "Die neuen Lieder kann man sich zwar anhören, aber sie eignen sich nicht für ein Konzert. Ich bin enttäuscht", sagt die Hamburgerin. "Die Akustik hat teilweise nicht gestimmt", meint Jurgis Behrendt. Seiner Begeisterung für Peter Gabriel wird dies jedoch nichts anhaben: "Gabriel ist der letzte der ganz Großen wie Led Zeppelin und Pink Floyd, der übrig geblieben ist. Ich bin uralter Fan und werde es auch immer sein." Wie die meisten Fans fand Behrendt die Bühnenshow überragend.)

Deren Höhepunkt ist bei "Growing Up". Aus dem schwebenden Ballon taucht eine große, durchsichtige Kugel auf. Gabriel klettert in das Innere der Kugel und rollt wie ein Hamster in seinem Rad singend über den Bühnenrand. Beim Refrain hüpft der Musiker in der Kugel auf und ab. Er erhält stürmischen Beifall, und die Stimmung hebt sich nochmals, als Gabriel bei "Solsbury High" mit dem Fahrrad über die Bühne fährt.

Peter Gabriel hatte 1966 mit Tony Banks, Michael Rutherford und Anthony Phillips die Schülerband Garden Wall gegründet, aus der später nach dem Beitritt von Drummer Phil Collins Genesis wurde. Die erfolgreiche Gruppe trennte sich 1975 nach sieben Alben. Gabriel startete daraufhin seine Solokarriere. 1980 gründete er die World of Music, Arts and Dance" (WOMAD) und versuchte, auf weltweiten Festivals traditionelle mit moderner Musik zu verbinden. In Hamburg wurde Gabriel zum Abschluss des Konzerts von der usbekischen Sängerin Sevara Nazarkhan begleitet.

Weitere Tourdaten: 27.04. Berlin (Velodrom), 29.04. Leipzig (Arena), 30.04. Oberhausen (Arena - ausverkauft), 05.05. München (Olympiahalle), 24.05. Stuttgart (Schleyerhalle) und 25.05. Köln (Kölnarena).

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