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Umjubelt in Dänemark Seeed rocken die größte Roskilde-Bühne


Beim dänischen Roskilde-Festival testeten Seeed aus, ob ihr Gute-Laune-Reggae auch international ankommt - und bespielten am Freitagabend vor Zehntausenden die größte Bühne.

In Deutschland ist die Dancehall-Kombo Seeed gerade erfolgreich wie nie zuvor. Beim dänischen Roskilde-Festival testeten sie jetzt aus, ob ihr Gute-Laune-Reggae auch international ankommt - und bespielten am Freitagabend vor Zehntausenden die größte Bühne.

Einen Tag vorher hatten dort die Rolling Stones gerockt. Im Interview erzählen Sänger Frank Dellé und Schlagzeuger Sebastian "Based" Krajewski, wie sich das anfühlt - und was vor einem ausländischen Publikum anders ist als bei den vielen Fans zu Hause.

Wie ist das für euch, auf derselben Bühne zu spielen wie die Rolling Stones?

Sebastian Krajewski: Wie immer.

Frank Dellé: Mann, da gehört Seeed einfach hin. Die einen begreifen es früher, die anderen später, aber da gehört die Band hin.

Was ist anders, wenn ihr im Ausland spielt, wo ihr nicht so bekannt seid wie in Deutschland?

Sebastian Krajewski: Es ist immer mehr Herausforderung, aufregender. Es ist für mich ein sehr gutes Gefühl, zu wissen: Hier musst du die Leute noch erobern.

Frank Dellé: Vor allem kriegt man es so unmittelbar mit. In Deutschland weiß man manchmal nicht, ob die Leute da sind, weil es einen Hype gibt: Oh, Seeed ist voll cool, da muss ich hin! Du brauchst zwischendurch als Künstler die Bestätigung, dass du die Leute mit dem, was du jetzt gerade machst, wirklich überzeugst. Das ist das Besondere an diesem Beruf: das Direkte. Dass du unmittelbar den Stinkefinger oder das Lächeln kriegst. Das ist unschlagbar.

Spielt ihr im Ausland andere Songs als in Deutschland?

Sebastian Krajewski: Auf jeden Fall. Das haben wir eh schon immer viel gemacht. Es kommt darauf an, wo man spielt. Oft spielen wir im weiter entfernten Ausland mehr Reggaetunes, weil wir wissen, dass wir die Leute damit weltweit erreichen. Gerade, je weiter man nach Süden geht, ist das Musik, die Leute mögen. Da lassen wir deutsche Songs, die stark über den Text funktionieren, mal weg.

Was fasziniert euch am Festival?

Sebastian Krajewski: Roskilde hat uns glaube ich schon fünfzehn Mal angefragt. Leider immer mit Gagen, wo die Rolling Stones Ja sagen können, wir aber nicht. Natürlich ist das Roskilde so eine Festivallegende, wo man denkt: Super, da sind wir dabei.

DasRoskildebeschreibt euch als "Deutschlands mächtigstenDancehall-Zirkus" - eine gute Beschreibung?

Sebastian Krajewski: Mächtig trifft es ganz gut, wir sind viele, wir sind laut und schwer, massiv.

Plant ihr nach dem Erfolg von "Seeed" (2012) bald auch ein neues Studioalbum?

Sebastian Krajewski: Es ist erstmal kein Album geplant. Wir sind eine Band, die vom Live-Erlebnis lebt. Sowohl emotional als auch finanziell. Das war immer unsere große Stärke, und dafür braucht man ab und zu neue Songs. Aber wir sind keine Albumband, die eigentlich immer im Studio ist, alle zwei Jahre ein Album fertig hat und damit auf Tour geht. Bei uns ist es eher anders herum.

Frank Dellé: Ich finde, es ist sehr schwer, Seeed über ein Studioalbum rüberzubringen. Du begreifst es erst, wenn du es siehst. Gerade in heutigen Zeiten, wo Musik einfach aus dem Wasserhahn kommt - oder die Leute denken, dass es so ist, ist es umso geiler, die Energie in Liveshows zu stecken und sich da neue Sachen auszudenken.


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