HOME

Von Zlatko bis Helene Fischer - diese Stars wurden ausgepfiffen

Es war der Aufreger des Pokalfinals: Zehntausende pfiffen, als Helene Fischer zum Halbzeitprogramm auftrat. Sie ist allerdings nicht die erste Sängerin, die gnadenlos von der Bühne gebuht wurde.

Helene Fischer

Vor lauter Pfiffen war ihr Gesang kaum zu hören: Helene Fischer wurde am Samstagabend im Berliner Olympiastadion gnadenlos ausgebuht.

konnte einem Leid tun. Am Samstagabend musste sie im Berliner Olympiastadion die geballte Fanwut auf den DFB und die Eventisierung des Sports erleiden. Nicht das erste Mal, dass ein Sänger vor lauter Pfiffen kaum noch zu vernehmen war. Hier fünf Beispiele von Künstlern, denen es ähnlich erging:

1. Sinéad O’Connor 1992 beim 30th Anniversary Concert von Bob Dylan


Zeit seines Lebens hat sich nie vereinnahmen lassen, sein Leben und Werk stehen für freies Denken und Unangepasstheit. Große Teile seines Publikums zeigten sich dagegen beim Konzert zu Dylans 30-jährigem Jubiläum im Madison Square Garden in New York erschreckend konformistisch. Sie buhten Sinéad O'Connor, die zu dem großen Star-Ensemble gehörte, gnadenlos aus. Grund: Die Irin hatte zwei Wochen zuvor in der TV-Show "Saturday Night Live" ein Bild von Papst Johannes Paul II. zerrissen - als Protest gegen die Leugnung von Kindesmissbrauchsfällen in der katholischen Kirche. Die Dylan-Fans nahmen das übel - und konnten sich über Minuten nicht beruhigen.

2. Modern Talking bei "Peter's Pop Show" 1986


waren eine der erfolgreichsten Musikgruppen der 80er. Und eine der umstrittensten. Wer ihre eingängigen, nach dem gleichen Prinzip gebauten Pophits nicht mochte, hasste sie. Diese Verachtung bekamen Dieter Bohlen und Thomas Anders - damals noch mit Nora-Kettchen - im Dezember 1986 zu spüren, als sie in der ZDF-Sendung "Peter's Pop Show" auftraten und ihren Hit "Geronimo's Cadillac" zum Besten geben wollten. Die Zuschauer ließen die Musik der beiden Schönlinge in einem Pfeifkonzert untergehen.

3. Hubert Kah in der "ZDF-Hitparade" 1982


Lange Jahre war die "ZDF-Hitparade" fest in der Hand des deutschen Schlagers. Roy Black, Rex Gildo, Howard Carpendale oder Juliane Werding regierten die von Dieter Thomas Heck moderierte Show. Doch 1982 schlichen sich dann plötzlich neue Töne ein: Die Neue Deutsche Welle schwappte durchs Land und machte auch vor der "ZDF-Hitparade" nicht halt. Trio, UKW, Marcus oder Frl. Menke bekamen nun Sendezeit. Sehr zum Missfallen einiger Zuschauer. Das bekam Hubert Kah im November 1982 zu spüren. Er gewann das Telefonvoting mit "Sternenhimmel" - und erntete klar vernehmbare Buh-Rufe.

4. Zlakto beim ESC-Vorentscheid 2001


Es war natürlich eine absurde Idee, dass ausgerechnet dieser Mann Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten sollte: Zlatko Trpkovski war bekannt geworden durch seine Teilnahme an der Container-Show "Big Brother" - und vor allem damit aufgefallen, dass er den großen Dichter und Dramatiker William Shakespeare nicht kannte. Das sahen dann auch die Zuschauer in Hannover so: Sie quittierten seine blamable Gesangsleistung beim ESC-Vorentscheid 2001 mit einem ohrenbetäubenden Pfeifkonzert. Zlatko revanchierte sich auf seine Weise: "Vielen Dank, Ihr Fotzköpfe" schleuderte er dem Publikum entgegen. Ein würdeloser Abgang.

5. Gina-Lisa Lohfink und Florian Wess 2016 auf Mallorca

Sie nannten sich Barbie und Ken, zusammen wollten sie eine Zeitlang mit abgelutschten Stimmungsliedern der 90er Jahre für Partystimmung sorgen. Bei ihrem Auftritt im Bierbrunnen Sa Font auf Mallorca ging das jedoch in die Hose: Das Publikum kannte keine Gnade. Inzwischen hat sich das Duo getrennt. Die Hessin verriet RTL die Gründe für das Aus: "Ich fand's einfach nur peinlich." Das sahen die Zuschauer offenbar ähnlich.

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo