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Woodstock: "Die Mutter aller Festivals"

Woodstock, der Höhepunkt der Hippie-Ära. Woodstock, der Festival-Klassiker. Woodstock, die Legende. Vom 15. bis 18. August 1969 fand das bis dahin größte Folk- und Rockspektakel statt.

Die vier Tage "Woodstock Music an Arts Fair", so der offizielle Titel der Veranstaltung, das waren mit Blumenkränzen geschmückte Häupter, im Schlamm tanzende Fans und kreisende Joints. Die 400.000 bis 500.000 Teilnehmer feierten sich, die Musik und das Gefühl von freiem (Liebes-)Leben.

Stars wie Hendrix, Santana oder Joplin traten auf

Unter dem Slogan "Three Days of Peace and Music" sollten sich namhafte Künstler einfinden. Vier Tage lang gaben sich Musiker wie Jimi Hendrix, Janis Joplin, Joe Cocker, Santana oder Greatful Dead ein Stelldichein und wurden zu Symbolen der Hippiekultur. Trotz sintflutartiger Regenfälle, überforderter Logistik und zahlreichen Bürgerprotesten ließen sich weder die insgesamt 32 Interpreten und Bands, noch die Zuschauer die Stimmung verderben. Seinen Höhepunkt erlebte das Festival am Monatagmorgen mit dem Auftritt von Jimi Hendrix. Zwar war nur noch ein Bruchteil der Besucher anwesend, da die meisten schon abgereist waren, doch der Superstar begeisterte vor allem mit seiner Version von "Star spangled banner", der amerikanischen Nationalhymne.

Der Name des Festivals bezog sich auf eine kleine Stadt, rund 160 Kilometer von Manhattan entfernt, in der neben Bob Dylan auch Hendrix, Van Morrison und Joplin lebten, um dem Stress des "Big Apple" zu entfliehen. Doch bevor das Festival startete wurde es in die 100 Kilometer entfernt gelegene Gemeinde Bethel verlegt.

Nach unerwartetem Besucheransturm kostenloser Eintritt

Die Veranstalter waren vier junge Männer, die die Einnahmen zur Finanzierung unterschiedlicher Projekte nutzen wollten. Sie rechneten mit rund 50.000 Besuchern, insgeheim aber mit bis zu 250.000. Doch die tatsächlichen Ausmaße überraschte selbst sie: Schon am ersten Tag bildeten sich kilometerlange Staus auf der Zufahrtsstraße zum Festivalgelände, die Menschenmenge wuchs schon am Freitagnachmittag auf 200.000 an. Die Begrenzungszäune wurden niedergerissen und die meisten Besucher betraten das Gelände, ohne zu bezahlen. Daraufhin erklärten die Veranstalter das Festival für kostenlos. Die Tage der Liebe, des Friedens und der Musik begannen dann am späten Nachmittag des 15.August 1969. Neben der ausgelassenen Stimmung gab es aber auch einige traurige Momente: Ein Besucher wurde in seinem Schlafsack von einem Traktor überrollt, zwei Festivalbesucher starben an einer Überdosis Drogen. Neben dem exzessiven Drogenkonsum trugen die mangelhafte Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten und die teilweise heftigen Regenfälle zu den chaotischen Zuständen bei. Doch dies schien das Gemeinschaftsgefühl der Woodstock-Teilnehmer nur zu stärken und ist ein Teil der legendären Festivalhistorie.

Malte Arnsperger