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Satire ernst genommen Russisches Staatsfernsehen fällt auf "Postillon" herein


Deutschland gewinnt 7:1 gegen Brasilien und treibt damit einen Kneipenwirt in den Ruin - den Spaß der Satire-Seite "Postillon" nahmen einige osteuropäische Nachrichtenseiten für bare Münze.

Mehrere osteuropäische Medien sind auf eine schräge Meldung der Online-Satireseite "Postillon" zur Fußball-WM hereingefallen. Macher Stefan Sichermann hatte am Mittwoch - einen Tag nach dem 7:1-Kantersieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien - in einem Beitrag behauptet, ein deutscher Kneipenwirt stehe kurz vor der Pleite, weil er seinen Gästen für jedes Tor einen Schnaps gratis versprochen habe.

Den Scherz hielt das russische Staatsfernsehen "Rossija 24" für die Wahrheit und berichtete in einer Nachrichtensendung über den erfundenen Kneipenwirt. Selbst überzogene Details der Meldung, wie 62 Gäste mit Alkoholvergiftung und eine Sehnenscheidenentzündung des Wirts vom Ausschenken, machten den Sender nicht stutzig. Am Donnerstag verwies die Facebook-Seite des "Postillon" auf acht weitere Medien, die den Beitrag ebenfalls übernommen hatten.

Sichermanns Online-Satirezeitung gibt es seit fünf Jahren. Voriges Jahr erhielt "Der Postillon" den Grimme Online Award.

ono/DPA DPA

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