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Verwirrung um Pofalla: Der "Postillon" veralbert das Netz gleich zweimal

Wechselt Ronald Pofalla nun zur Bahn oder nicht? Wie das Satire-Magazin "Der Postillon" mit einem einfachen technischen Trick für ordentlich Verwirrung - und peinliche Tweets sorgte.

Eine Meldung, die so fragwürdig ist, dass sie erfunden sein könnte, ein Ex-Minister, der sich nicht äußern will und aufgeregte Twitterer: Das sind die Zutaten für den neuesten Coup des "Postillon". Denn das mehrfach preisgekrönte Satire-Magazin hat zum Jahresanfang die Netzgemeinde gleich doppelt genarrt. Darunter auch Prominente und Politiker.

Anlass war die Meldung, dass Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla in den Vorstand der Deutschen Bahn wechseln werde. Das hatte am Donnerstagmittag zunächst die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf "gut unterrichtete Kreise" berichtet. Die Nachrichtenagentur DPA ließ sich die Information bestätigen, und kurz darauf standen auf allen Nachrichtenseiten entsprechende Artikel, auch bei stern.de - und sorgte nicht nur bei vielen Lesern, sondern auch Politikern für Empörung.

Ausgerechnet Pofalla, der nach seiner Aussage, die NSA-Affäre sei beendet, für die Netzgemeinde zur Witzfigur geworden war, will nun aus der Politik zur ohnehin schon verpönten Bahn wechseln? Für die Macher des "Postillons" klang das wohl nach einer Meldung, die sie sich selbst nicht besser hätten ausdenken können. Kurzerhand veröffentlichten auch sie einen Beitrag dazu - und schafften es mit einem einfachen technischen Kniff, alle an der Nase herumzuführen.

Wie den findigen Lesern auffiel, war die Satire-Meldung auf den 1. Januar datiert, auf den ersten Blick also älter als die Nachrichten der seriösen Kollegen. Hatten diese also einfach vom "Postillon" abgeschrieben?

Bei Twitter und Facebook ließen daraufhin Nutzer ihrem Spott über die etablierten Medien freien Lauf. Das verleitete auch Prominente wie Jan Böhmermann und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckart zu hämischen Tweets, die ihnen im Nachhinein wohl eher unangenehm sein dürften.

Das wiederum führt dazu, dass selbst gestandene Journalisten der "B.Z." verunsichert waren und gegen Mitternacht plötzlich behaupteten, dass die Pofalla-Meldung nur ein Witz gewesen sei - um sich wenig später erneut zu korrigieren: "Die 'Pofalla-Bahn-Fake-Sache', nennen wir sie einmal so, geistert immer noch durchs Netz. Jetzt ist aber klar, dass es ein Witz im Witz war: Nicht die Medien sollten offenbar gelinkt werden – sondern Leute, die die Wahrheit aus dem Netz ziehen, wie aus Twitter und ähnlichem", heißt es im Online-Angebot der Zeitung.

Denn während sich viele munter amüsierten, mahnten einige der bei Twitter aktiven Journalisten früh vor falschem Hohn und wussten, das Verwirrspiel einzuordnen.

Eines hat der Postillion-Coup einmal mehr unterstrichen: Recherche hilft - auch in Zeiten der vermeintlichen Schwarmintelligenz.

she/DPA / DPA
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.