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20 Millionen im Jahr Wie "Grey's Anatomy"-Star Ellen Pompeo zum reichsten weiblichen Serienstar wurde

Ellen Pompeo als Dr. Meredith Grey in der Serie "Grey's Anatomy"
Als "Meredith Grey" steht Ellen Pompeo seit 14 Staffeln vor der Kamera. Noch immer hat die Ärzteserie viele Zuschauer. 
© Mitch Haaseth/ABC / Getty Images
Eigentlich wollte sie Filmstar werden. Doch aus einer Notlösung wurde ihre persönliche Erfolgsgeschichte. Seit 14 Jahren spielt Pompeo in der Ärzteserie – und ist damit jetzt zu einer der mächtigsten Frauen im TV geworden.

Als Ellen Pompeos Agent ihr vor 14 Jahren ein Skript für die Ärzteserie "Grey's Anatomy" von der damals noch völlig unbekannten TV-Produzentin Shonda Rhimes anbot, war Pompeo entgeistert. "Hast du deinen scheiß Verstand verloren? Ich bin eine Schauspielerin", sagte sie damals zu ihm. Der US-amerikanischen Zeitschrift "The Hollywood Reporter" erzählte Pompeo jetzt, warum sie sich doch für ihre heutige Paraderolle entschieden hat. Eigentlich sollte die nämlich nur ein Mittel zum Zweck sein. Der Zweck: Die damals 34-Jährige wollte ihre Miete bezahlen können. Nach kleineren Filmerfolgen war ihre Karriere in Hollywood damals fast gänzlich zum Stehen gekommen.

Ellen Pompeo wollte nicht bei "Grey's Anatomy" mitspielen

Anderthalb Jahrzehnte nach dem schicksalhaften Casting für "Grey's Anatomy" ist Pompeo noch immer das Gesicht der Erfolgsserie. Doch einzufordern, was sie ihrer Meinung nach verdiente, fiel ihr trotzdem lange schwer. Und die größte Veränderung kam für die heute 48-Jährige, als ihr männlicher Co-Star Patrick Dempsey aus der Serie geschrieben wurde. "Für mich war das ein entscheidender Moment, wenn es um Vertragssachen geht. Sie haben ihn immer gegen mich ausgespielt", sagte sie dem "Hollywood Reporter". Angeblich hätten die Produzenten ihr immer wieder gesagt, dass sie eigentlich nicht gebraucht würde, schließlich hätte man in Dempsey einen beliebten männlichen Hauptdarsteller. Einmal soll Pompeo 5000 Dollar mehr als Dempsey verlangt haben. Nur aus Prinzip, wie sie selber sagt. Die Forderung sei damals abgelehnt worden.

Dank der letzten Verhandlungen ist Pompeo jetzt die bestbezahlte TV-Schauspielerin in Hollywood

Als Pompeo herausfand, dass Disney mit der Serie schon rund drei Milliarden Dollar verdient hätte, sei ihr in gewisser Weise der Kragen geplatzt. "Wenn dein Gesicht und deine Stimme Teil von etwas sind, das einem der größten Konzerne der Welt drei Milliarden Dollar eingebracht hat, fängt man an zu denken: 'Okay, vielleicht steht mir ein Teil davon zu.'"

In Absprache mit der Macherin von "Grey's Anatomy", Starproduzentin Shonda Rhimes, hätte sich Pompeo darauf geeinigt, bei den nächsten Verhandlungen mehr zu verlangen. Mit Erfolg. Im vergangenen Jahr unterzeichnete sie einen Vertrag, der ihr pro Folge 575.000, also im Jahr mehr als 20 Millionen Dollar einspielen würde.

Regie zu führen ist cool, aber um ehrlich zu sein, nimmt mir das nur Zeit mit meinen Kindern. Also muss es einfach ein Haufen Geld sein und mir mit meinen Projekten als Produzentin helfen

Den Grund, warum sie so viel verdienen wollte, sieht Pompeo relativ pragmatisch. Rhimes sagte sie in Gesprächen vor der Gehaltsverhandlung: "Ich darf nichts anderes drehen und das ist aus kreativer Sicht frustrierend. Ich drehe 24 Folgen im Jahr und Teil dieses Deals ist, dass ich in keinen anderen Projekten spielen darf", erinnert sie sich in der Zeitschrift. "Regie zu führen ist cool, aber um ehrlich zu sein, nimmt mir das nur Zeit mit meinen Kindern. Also muss es einfach ein Haufen Geld sein und mir mit meinen Projekten als Produzentin helfen", sagte sie.

Dass sie ihre Filmkarriere jetzt zugunsten der Ärzteserie hintenan stellen musste, kann Pompeo verkraften. Schließlich hat mit der Erfolgsshow nicht nur einen sicheren Arbeitgeber, sie muss sich auch keine Gedanken machen, ob sie in ihrem Alter die passenden Hollywoodrollen kriegen würde. So sieht sie zumindest selber die Altersproblematik in der Branche. "Mit 33 war ich klug genug zu wissen, dass meine Uhr in Hollywood bereits tickte", sagte sie der Zeitschrift. Mit 48 sei sie jetzt an einem Punkt, fordern zu können, was sie ihrer Meinung nach auch verdiene. Und genau das hat sie jetzt getan. 

ls

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