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"Hart, aber fair": Kukident ist cool

Hilfe, die alterslosen Alten kommen! Sie verweigern die Rente und platzen vor Energie. Frank Plasberg hatte fünf von ihnen eingeladen, darunter Franz Müntefering. Und der SPD-Veteran ließ den Gastgeber ganz alt aussehen.

Von Mark Stöhr

Warum Peter Kraus so fit und schlank ist: Weil er beim Zähneputzen immer auf einem Bein steht. Weil er im Bus Klimmzüge macht. Weil er seine Hüften verdreht wie einst, als er im Schwarzweißfernsehen noch die Schmierlocke vom Dienst war. Heute ist Kraus 72 und hat den Körper eines 35-Jährigen. Das sei er seinem Publikum schuldig, sagt er. Vornehmlich Frauen seines Alters also, die selber durch keine Tür mehr passen. Kann man als Don Giovanni der Dauerwellen in Würde altern? Man kann sich zumindest ein Häuschen im Tessin leisten. Von dort aus beobachtet Kraus die italienischen Großfamilien, für die das Alter keine Krankheit ist. Das rührt ihn, wahrscheinlich steht er dabei auf einem Bein.

Plasberg hatte diesmal eine Ladung fitter Senioren ins Studio gekarrt: den Kraus, den Müntefering, den Hipp-Gläschen-Hipp, den RTL-Erfinder Thoma und die Moderatorin Gundlach. Nun strahlten sie ihn mit ihren lückenlosen Gebissen an und Plasberg wusste gar nicht mehr, warum er sie eingeladen hatte. Denn seine Sendung - so suggerierte es zumindest ihr Titel "Alt werden nur die anderen - wenn fit bleiben zur Pflicht wird!" - wollte sich kritisch mit dem Unternehmungs- und Gesundheitswahn der heutigen Silberscheitel auseinandersetzen. Bloß von der Gegenseite, also aus der Riege der gestandenen Rentner, die am liebsten auf dem Sofa dösen und, wenn's hoch kommt, mal eine Gießkanne durch den Garten schleppen, war gar niemand da. Das konnte heiter werden. Wurde es leider nicht.

Der Kick des Mackertums

Die scheinbar repräsentative Abordnung der Ach-so-Rüstigen im Studio: ausnahmslos Privilegierte. Von denen hat sich keiner den Rücken kaputt geschuftet oder die Hände verbrannt. Sie haben ihr Leben immer unter erstklassiger ärztlicher Aufsicht verbracht. Da lässt es sich gut Pläne schmieden mit über 70. Helmut Thoma, 72, baut gerade einen neuen Privatsender auf. "Es ist eine Gnade", sagte er, "dass man gute Gene hat." Und: "Niemand will alt sein." Eine gewagte These. Richtiger wäre: Niemand will alt und krank sein. Doch nicht jeder braucht wie er den Kick des Mackertums bis ins Grab.

Thoma prägte einst den Begriff der "Generation Kukident", die für die Werbewirtschaft völlig uninteressant sei. Viele Jahre sind seither vergangen, Thomas Marketinghülsen sind immer noch die gleichen. Die Werbung wolle nur "Erstverwender", junge Leute also, die ihr erstes Auto kaufen oder ihren ersten Kühlschrank. Das sei "Erziehung zur Markentreue", die ein Leben lang halten soll. Wie man denn die Leute dazu bringen könne, immer die gleiche Partei zu wählen, fragte Franz Müntefering da, der alte Polit- und Pointenfuchs und erntete Applaus. Es war der einzige gelungene Gag des Abends. Thoma hat übrigens Implantate im Mund, Müntefering eine um 40 Jahre jüngere Frau.

Zur "Generation Kukident" konnte auch Claus Hipp was sagen, der mit seinen 72 Jahren noch fest die Unternehmenszügel in der Hand hält. Logisch, sonst wäre er ja nicht da. Hipp erzählte, dass 20 Prozent seiner Babybrei-Gläschen zum einen von jungen Frauen gegessen würden wegen des niedrigen Kaloriengehalts. Zum anderen von Senioren wegen der, nun ja, beiß- beziehungsweise schlürffreundlichen Konsistenz. Es klang wie eine versteckte Werbebotschaft. Ob seine eigene Kauleiste herausnehmbar oder einzementiert ist, sagte er nicht.

Münte - niemals einbeinig

Dann wollte auch Alida Gundlach etwas sagen, zur "Generation Postpotenz" sozusagen, sie nannte es nicht so. Die Sache mit der Frau von Müntefering ließ ihr keine Ruhe. "Irgendwann", verkündete sie tantenhaft, "sehnt sich ein junger Mensch nach einem anderen jungen Menschen." Was sie damit sagen wollte: Münte, du alter Bock, pass auf, dass dir ein junger Nebenbuhler nicht irgendwann die Hörner aufsetzt. Alle dachten: Die Gaga-Gundlach ist jetzt völlig übergeschnappt, was für eine Entgleisung.

Alle bis auf Plasberg. Der wäscht die Wäsche bekanntlich am liebsten, wenn sie richtig schmutzig ist. Was denn die Ehe aus Sicht seiner Ehefrau für einen Mehrwert habe, fragte er Müntefering tatsächlich ins Gesicht. Jeder andere hätte tobend das Studio verlassen, doch Münte erwiderte furztrocken: "Ich nehme an, die mag mich." So cool wie Müntefering mit 71 war Plasberg nicht mal mit 17. Und nie käme der SPD-Veteran auf die Idee, sich einbeinig ins Bad zu stellen. Er legt wahrscheinlich seine Zähne ins Glas und geht schlafen.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(