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"Late Night Berlin": Klaas erteilt Abzockern beim Schlüsseldienst eine Lektion, die sie so schnell nicht vergessen dürften

Bestens aufgelegt meldete sich Klaas Heufer-Umlauf aus der Winterpause zurück. Bei "Late Night Berlin" knöpfte sich der Moderator Abzocker beim Schlüsseldienst vor - und holte sich dazu Hilfe von Rezo und Rapperin Nura.

"Late Night Berlin"

Bei "Late Night Berlin" knöpfte sich Klaas Heufer-Umlauf schwarze Schafe beim Schlüsseldienst vor

ProSieben

Fast jeder hat die Situation schon einmal erlebt: Man verlässt übereilt die Wohnung, zieht die Tür hinter sich zu - und merkt erst dann, den Schlüssel vergessen zu haben. Hat man keinen Ersatz beim Nachbarn deponiert, gibt es zumeist nur einen Ausweg: den Schlüsseldienst. Eine Lösung, die praktisch immer zum Erfolg führt, aber bisweilen sehr kostspielig sein kann: Zwischen 40 und mehreren hundert Euro ist alles möglich.

In der ersten Ausgabe von "Late Night Berlin" nach der Winterpause hat sich Klaas Heufer-Umlauf nun die schwarzen Schafe dieser Zunft vorgeknöpft und ihnen eine Falle gebaut. Eine Mitarbeiterin diente als Lockvogel und sollte sich bewusst aussperren. Sollte der herbeigerufene Schlüsseldienst mehr als 200 Euro für das Öffnen der Tür verlangen, ist es Abzocke - und die Falle schnappt zu. Eine großzügig bemessene Grenze: Ein Branchenkenner versichert, dass eine normale Türöffnung nicht mehr als 100 Euro kosten dürfte.

Klaas Heufer-Umlauf redet ins Gewissen

Tatsächlich blieb der erste Helfer unter dieser Grenze - und durfte das Gebäude unbehelligt verlassen. Doch beim zweiten Schlüsseldienst-Mann geriet der Lockvogel an einen "Absolventen der Universität für Abzocke", wie Klaas es formulierte. Er stellte 330,87 Euro in Rechnung, und ging auch dann nicht im Preis herunter, als sich die junge Frau als arme Studentin darstellte.

Als der Abzocker den Aufzug betrat, redete ihm Klaas per Lautsprecher ins Gewissen. Dem Mann wurde mulmig, er verließ den Fahrstuhl und türmte übers Treppenhaus. ( Sehen Sie hier den kompletten Beitrag)

Der nächste herbeigerufene Schlosser war noch dreister. Anstatt die Tür einfach zu öffnen wie die beiden Vorgänger, bohrte er das Schloss auf - und benutzte dazu mehrere Geräte. Was mehr als eine halbe Stunde in Anspruch nahm und das Schloss zerstörte. Inklusive Pauschale, An- und Abfahrt, Lohnkosten, Beratung und Steuer kam er auf einen Preis von sagenhaften 650 Euro.

Moralpredigt von Rezo

Dafür kam er nun in den vollen Genuss des vorbereiteten Besserungsprogramms. In jedem der sechs Stockwerke hielt nun der Fahrstuhl, und den Abzocker erwartete eine Lektion. "Wir wollen dir nur ins Gewissen Reden und dir zeigen, was du falsch gemacht hast", sprach die Stimme von Klaas. Beim ersten Halt spielte ihm der Lockvogel noch einmal die Szene nach. Beim nächsten Stockwerk saß der Youtuber Rezo und hielt eine Moralpredigt. Beim dritten Stopp wurde ein Gleichnis aufgeführt: der Kampf der Berufsehre gegen die Gier (Foto).

Als sich die Aufzugtüren das nächste Mal öffneten, stand da die Rapperin Nura und schimpfte:

"Mach die Tür auf, Bitch / abgerechnet wird korrekt
Deine Mutter schämt sich/ Du bist schmutziger als Dreck.
Ohne Werkzeug bist du nutzlos/ Heute Nacht bist du deinen Job los.
Du ziehst alle Leute ab und willst nur Scheine /
Bastard oder Mensch, musst dich entscheiden."

Schon Bertolt Brecht hat's gewusst

Im Erdgeschoss angekommen stand der Mann dann tatsächlich vor der Wahl: Er konnte das Haus durch zwei Ausgänge verlassen. Beim roten Tor wäre er mit dem Geld abgehauen, beim grünen hätte er sich für das gute Gewissen entschieden und die Rechnung neu geschrieben. 

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Da zeigte sich dann: Der ganze Aufwand war leider nutzlos. Klaas' Appell an den Anstand verhallte ungehört. Der Mann vom Schlüsseldienst entschied sich fürs Geld und gegen die Ehre. Überraschen kann das nicht. Schon Bertolt Brecht dichtete vor fast 100 Jahren in der "Dreigroschenoper": Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. 

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